Mehner macht das Rennen

Keine Stichwahl: 42-Jähriger CSU-Kandidat wird neuer Tölzer Bürgermeister

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Die Freude über seinen Wahlerfolg konnte Ingo Mehner, der neu gewählte Bürgermeister von Bad Tölz mit seiner Frau Stephanie feiern.
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Endergebnis Bürgermeisterwahl Bad Tölz, Ingo Mehner, Michael Lindmair, Franz Mayer-Schwendner und Michael Ernst.
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Gewählt im ersten Wahlgang ist Dr. Ingo Mehner, CSU.
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Ergebnis Stadtratswahl.

Bad Tölz – Auch am Tag nach der Kommunalwahl ist die Euphorie bei der CSU groß. Dass Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner schon im ersten Wahlgang so haushoch das rennen für sich entscheiden würde, das war nicht unbedingt klar, angesichts vier Kandidaten. Um so entschlossener sagt CSU-Ortsvorsitzender Karsten Bauer nun: „Ein Riesenerfolg und der Lohn für unsere Arbeit.“

Bauer, der als Wahlhelfer am Montag noch mit dem Auszählen zur Kommunalwahl befasst war, strahlte. Denn das Ergebnis wertet er als klare Folge eines intensiven Wahlkampfs. Ein ganzes Jahr habe man aktiv am Wahlerfolg gearbeitet, so Bauer, Stadtteilversammlungen organisiert und „Nähe am Bürger“ bewiesen. So habe man die neun Sitze der CSU halten können. Und vor allem: Den Bürgermeisterposten für sich entschieden. Bauer lobte da insbesondere Ingo Mehners Engagement zur Kandidatur. „Ingo hat sich brutal reingehängt“, sagte Bauer. Und in der Tat: Mehners Häuserwahlkampf – der CSU-Kandidat suchte tatsächlich mit Hausbesuchen den Kontakt zu den Tölzern – schien anzukommen. 50,8 Prozent der Wählerstimmen entfielen auf den CSU-Mann. Hinter sich ließ er dabei Franz Mayer-Schwendner (Grüne, 27,8 Prozent), Michael Lindmair (FWG, 15,1 Prozent) sowie Michael Ernst (SPD, 6,3 Prozent).

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Ingo Mehner stand die Freude wahrlich ins Gesicht geschrieben. Die Hände hat er über den Kopf zusammengeschlagen, als am Wahlabend dann feststand, dass er das neue Tölzer Stadtoberhaupt sein würde.

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Er habe schon ein gutes Gefühl gehabt, merkte er an. Dass es aber im ersten Wahlgang entschieden sein würde, „davon war nicht auszugehen“, merkte Mehner an. Schließlich seien starke Gegenkandidaten an den Start gegangen, „da bin ich schon von einer Stichwahl ausgegangen“, sagte der 42-Jährige. Am Tag nach der Wahl empfinde er eine große Dankbarkeit und eine enorme Erleichterung: „Da fällt ein Riesendruck ab“, sagte er. Denn nun nochmals den Wahlkampf zu verlängern sei gerade vor dem Hintergrund von Corona eine Herausforderung. Er selbst habe deshalb in der vergangenen Woche keine Hausbesuche mehr getätigt. Corona sei sicher auch zukunftsweisend. Zwar stünden klar alle im Wahlkampf angegangenen Themen auf der Agenda. „Doch der Virus wird Konsequenzen haben, gerade wirtschaftliche.“

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Lob zollte Mehner seiner Mannschaft, die er im Wahlkampf stets hinter sich wusste. „Ein tolles Team“, schwärmt der neu gewählte Bürgermeister, der sich auch darüber freut, dass die CSU ihre neun Sitze im Gremium habe verteidigen können. „Und wir haben den Generationenwechsel vollzogen“, merkt er an. Das sei ohnehin der Schlüssel zum Erfolg im Wahlkampf gewesen, meint der Jurist. 

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Er hat nun spannende Wochen vor sich, denn als Abteilungsleiter Immobilien bei einem großen Versicherungsunternehmen in München gelte es, die Übergabe an den Nachfolger zu regeln. Heißt: „Auch hier muss ich erst mal Vollgas geben.“ Auch wird er freilich schon vor seiner Vereidigung am Dienstag, 5. Mai, öfter im Rathaus vorbeischauen und seinen Start in die Wege leiten. Da er bereits seit zwölf Jahren Stadtrat ist, muss er da natürlich nicht bei null anfangen. Dann kann es auch schon losgehen – und Mehner freut sich, dass dann die zeit der doppelten Belastung „Beruf und Ehrenamt“ entfällt und er sich komplett auf das Bürgermeisteramt konzentrieren kann. „Denn das Parallel-Leben der zurückliegenden Monate reibt auf.“ 

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Folgende Kandidaten haben es in den Tölzer Stadtrat geschafft:

CSU: 37,62 Prozent – neun Sitze: Dr. Christof Botzenhart, Anton Mayer, Dr. René Mühlberger, Dr. Matthias Winter, Josef Steigenberger, Karsten Bauer, Gabriele Frei, Christine Brandl, Julia Dostthaler

Grüne: 27,72 Prozent – sieben Sitze

Franz Mayer-Schwendner, Johanna Pfund, Rosemarie Beyer, Dorothea Bigos, Moritz Saumweber, Richard Hoch, Johannes Gundermann

SPD: 9,39 Prozent - zwei Sitze

Willi Streicher, Filiz Cetin

FWG: 25,28 Prozent – sechs Sitze

Michael Lindmair, Ulrike Bomhard, Andrea Niedermaier, Peter von der Wippel, Martin Harrer, Ulrich Fottner

Die Wahlbeteiligung lag bei 52,71 Prozent.

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