Neubau unter Druck

Mehr Einsätze, mehr Arbeit: Bergwacht Lenggries braucht dringend mehr Platz – Spendenaufruf

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Drinnen wie draußen: Die Lenggrieser Bergwacht benötigt dringend mehr Platz für Personal und Einsatzfahrzeuge. Derzeit werden alternative Standorte für einen neuen Standort geprüft.

Lenggries – Die alte Rettungsstation ist 40 Jahre alt, eine neue wird dringend benötigt: Daher geht die Lenggrieser Bergwacht auf Spendensuche für ihren geplanten Neubau: Grund ist die Hoffnung, bald mit konkreten Baumaßnahmen beginnen zu können. Auch steigende Einsatzzahlen erhöhen den Druck auf ein neues Heim.

„Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstückes, auf dem die neue Bergrettungswache errichten werden soll, laufen immer noch“, berichtet Florian Siegl vom Bauteam der Lenggrieser Bergwacht. „Wir wissen jetzt schon unser Geld für den Bau einer modernen Rettungswache nicht ausreichen wird.“ Etwa 60 Prozent müssten durch Spenden finanzieren werden, sagt Siegl, der als Kassier die Finanzen der Bergwacht Lenggries im Überblick hat.

Eigentlich wollten die Lenggrieser mit dem Spendensammeln erst beginnen, wenn Baugrund und Baupläne feststehen und damit die genaue Bausumme. „Dieser Prozess dauert leider viel länger als geahnt. Wir hoffen, dass wir bis zum möglichen Baubeginn genug Spenden gesammelt haben und möchten keine weitere wertvolle Zeit verlieren“, sagt Karl Strehler, Ausbildungsleiter der Lenggrieser Bergwacht. „Am jetzigen Standort mitten im Wohngebiet, gefährden wir bei jedem Einsatz die Gesundheit der Anwohner.“ Zudem mangele es an Platz für Rettungsgeräte und Fahrzeuge.

Ein Problem im Hinblick auf steigende Einsätze für die Bergretter: Diesen Trend bestätigt auch die Bergwacht Lenggries: „Wir müssen uns für die steigenden Einsatzzahlen rüsten und mit der Zeit gehen“ sagt Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger, seit 27 Jahren bei der Bergwacht Lenggries.Die derzeitige Rettungsstation ist im Jahr 1979 erbaut worden. Amtliche Anforderungen, die inzwischen gestellt werden, seien nicht mehr zu erfüllen. Immer öfter würden die Bergretter gleichzeitig zu mehreren Einsätzen gerufen werden – eine logistische Herausforderung laut Brenninger: „Wir steigen uns bei der Vorbereitung auf Einsätze gegenseitig auf die Füße.“

Doch nicht nur mit den steigenden Einsatzzahlen steigt der Druck die nötigen Gelder für den Neubau zu sammeln. Ein Baubeginn, ist auch erst dann möglich, wenn die gesamte zu erwartende Bausumme beisammen ist. „Aufgrund der Gesetzeslage, können wir erst mit dem Bau beginnen, wenn die Baukosten zu 100 Prozent gedeckt sind. Einen Kredit aufzunehmen ist in Falle einer Rettungsorganisation nicht möglich“, so Kassier Siegl.

Bei der Spendensuche, wollen die Lenggrieser Bergretter auch Bergsportler und Erholungssuchende ansprechen, die gerne in den Isarwinkler Bergen unterwegs sind. Aber auch die Freizeit- und Tourismusindustrie, die vom Bergsport profitiert. „Unsere Bergretter investieren jedes Jahr im Schnitt 300 Stunden Ihrer Freizeit, um Menschen zu helfen die in Not geraten sind“, erklärt Brenninger. „Jetzt brauchen wir Hilfe und hoffen, dass sich bei unserem Spendenaufruf Jeder angesprochen fühlt, auch über die Landkreisgrenzen hinaus.“ Damit meinen die Retter Urlauber aus ganz Deutschland und Erholungssuchende aus dem Großraum München. „Im Grunde bitten wir alle um eine Spende, die in unser Dienstgebiet kommen und deshalb vielleicht einmal unsere Hilfe benötigen“, fasst Brenninger zusammen.

Nicht nur Bergrettungseinsätze gehören zu der Arbeit der Bergretter: Auch zu sogenannten First-Responder Einsätzen müssen die ehrenamtlichen Bergretter ausrücken, wenn etwa ein Rettungswagen nicht in der Nähe ist. Im Jahr 2018 war das 21 Mal der Fall. Weiter, zählen alle Einsätze die in unwegsamem Gelände passieren, also auch auf Rad- und Wanderwegen, im Wald und an der Isar, fern vom eigentlichen „Berg“, zu den Aufgaben der Lenggrieser Bergwacht. dwe

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Helfer, die für die Bergwacht Lenggries Spenden möchten, können dies per Überweisung auf das Konto der Lenggrieser Bergwacht: IBAN DE74 7005 4306 0240 0102 31 Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen oder via PAYPAL-Spendenbutton über die Homepage www.bergwacht-lenggries.de. Oder als Fördermitglied der Lenggrieser Bergwacht ebenfalls über die Homepage-Adresse.

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