Keine Förderung für Lastenräder

Mehrheit des Stadtrats lehnt Antrag der Freien Wähler ab

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Lastenräder und Räder mit Anhängern sollen den Verkehr in der Stadt entlasten. Doch eine Förderung dafür gibt es zunächst nicht.

Geretsried – Im Juli beantragte Sozialreferentin Sonja Frank (Freie Wähler) eine Förderung für den Kauf von Lastenfahrrädern und setzte damit eine kontroverse Debatte in Gang. Nun lehnte die Mehrheit des Stadtrats den Zuschuss endgültig ab.

„Geretsried leidet unter einem hohem Verkaufsaufkommen: Setzen wir ein Zeichen für ein fahrradfreundliche Stadt“, forderte Frank im Sommer. Ihr Antrag sah vor, dass sich die Stadt mit 30 Prozent – maximal 1.000 Euro – an dem Kauf von Lastenfahrrädern beteiligt. Dafür sollen jährlich 20.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Frank verwies auf Städte, in denen die Förderung bereits praktiziert wird. So können in Wolfratshausen Gewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen Lastenfahrräder zu günstigen Konditionen nutzen.

Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Septembersitzung bereits über die Erstellung einer Förderrichtlinie diskutiert hatte, stand der Antrag nun erneut auf der Tagesordnung des Stadtrats.

Dabei zeigte sich erneut, dass der Verwaltungs- und Kostenaufwand für diese Maßnahme relativ hoch ist. So rechnet Energiemanagerin Roswitha Foißner damit, dass je nach Umfang der förderfähigen Gegenstände ein Aufwand von drei bis zehn Stunden pro Woche für die Stadtverwaltungsmitarbeiter nötig wäre. So müssten die Käufer beraten, die Anschaffung geprüft, genehmigt, das Geld ausgezahlt und danach auch noch gelegentliche Kontrollen durchgeführt werden. Um diese Aufgaben zu erledigen, müsste für 20.000 Euro eine Haushaltstelle geschaffen werden. Da die Fraktionen der CSU und SPD geschlossen gegen den Antrag stimmten, reichte die Befürwortung seitens der Freien Wähler und der Grünen nicht aus.

Die Geretsriederin Lena Gneist, bekräftigte beim jüngsten Stammtisch der Geretsrieder CSU, dass sie eine Vermietung von Lastenfahrrädern für sinnvoller hält. „Das entlastet den Verkehr und ist im Sinne der Nachhaltigkeit“, erklärte sie. Dass die Stadtratsmehrheit den Antrag der Freien Wähler abgelehnt hat, kann sie nachvollziehen. „Ich habe schon verstanden, dass das für die Stadtverwaltung zu kostenintensiv und aufwändig wäre“, zeigte sie sich einsichtig. CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth plädierte erneut für das Tölzer Modell. Dort verbinden die Stadtwerke eine Förderung von Lastenrädern mit einem Vertrag zur Ökostromnutzung. „So wird auch die Kaufkraft im regionalen Raum gestärkt“, glaubt Kailberth. ph

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