Merkurdrome kommt auf Touren

Publikum genießt Konzert von Ludwig Seuss und Band

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Begeisterten das Publikum: Ludwig Seuss am Piano (l.) und seine spielfreudige Band.Foto: Peter Herrmann

Wolfratshausen – Seit dem 4. Juli veranstalten Dr. Harry Rosenkind und Stefan Eckardt Open-Air-Konzerte und ein Familienprogramm vor dem ehemaligen Wolfratshauser Druckhaus an Hans Urmiller Ring. Nachdem beim Auftakt noch viele Plätze unbesetzt blieben, lockte der renommierte Münchner Blues- und Boogie-Pianisten Ludwig Seuss und seiner Band nun deutlich mehr Besucher ins Gewerbegebiet.

Allein die Besetzung der siebenköpfigen Band versprach einen mitreißenden und abwechslungsreichen Abend: Neben dem Spider-Murphy-Gang-Keyboarder Ludwig Seuss am Piano und Akkordeon überzeugten Peter Kraus am Schlagzeug, Sebastian Schwarzenberger an der Gitarre, Tom Peschel am Bass, Sänger San 2 sowie der Geretsrieder Lokalmatador Titus Vollmer und sein Sohn Victor an den Gitarren. Sie boten eine aufregende Mischung aus Rock’n’Roll, Blues, Zydeco, Jazz und Cajun-Walzern, wie sie zum Beispiel in den Musikclubs von New Orleans zu hören ist. Dabei scheute Sänger San 2 trotz immer noch bestehender Abstandsregeln auch nicht den Kontakt zu den anfangs noch auf Stühlen sitzenden Besuchern. Mundharmonikaspielend ging er durch die Reihen, um sich kurz darauf wieder auf der Bühne feiern zu lassen. Den Fans – einige kamen sogar aus München ins Wolfratshauser Gewerbegebiet – gefiel das so gut, dass es am Ende des Konzerts niemanden mehr auf den Plastikstühlen hielt. Laut klatschend forderten sie Zugaben, die die spielfreudigen Musiker auch umgehend erfüllten. 

Trotz des umjubelten Auftritts zeigte sich Drummer Peter Kraus im Gespräch mit dem Gelben Blatt auch nachdenklich. „Viele Menschen haben aufgrund der negativen Corona-Meldungen immer noch Angst davor, ein Konzert zu besuchen und sehen sich lieber zu Hause Livestream-Übertragungen oder Netflix-Serien an: Das ist eine gefährliche Entwicklung“, befürchtet er. Er kenne viele Musiker, Tontechniker und Veranstalter, die sich aufgrund der Verdienstausfälle bereits nach einem anderen Job umgesehen haben. Dr. Harry Rosenkind, der das Programm für die noch bis Ende Juli laufende Merkurdrome-Reihe zusammengestellt hat, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Er wünscht sich vor allem, dass die Familienveranstaltungen am Sonntagnachmittag noch besser angenommen werden. „Da wird für Kinder, die ja auch sehr unter den Ausgangsbeschränkungen während des Lockdowns zu leiden hatten, wirklich viel geboten“, verspricht er. Mit Auftritten der Münchner Cover-Band The Clouds Munich (18. 7., 20 Uhr), Störtebüker (19. und 26. 7., jeweils 15 Uhr), Ecco DiLorenzo feat. Carolin Roth (24.7., 20 Uhr) sowie der Berliner Band Zwanzich15 (25.7., 20 Uhr) endet das Merkurdrome-Open-Air-Festival. Peter Herrmann 

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Das Programm ist im Internet unter merkurdrome.de abrufbar. Eintrittskarten gibt es nur im Vorverkauf bei München Ticket. Besucher können ihre Karten als print@home selbst ausdrucken oder die Bestätigungsmail von München Ticket auf dem Handy mitbringen. Die Zuschaueranzahl ist derzeit auf 100 Personen begrenzt. Karten für das Abendprogramm kosten 16,50 zzgl. Vorverkaufsgebühr. Der Eintritt für die Kinderveranstaltungen ist für Kinder bis 10 Jahre kostenlos! Erwachsene Begleitpersonen zahlen 8 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühren.

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