Riesiger Bedarf, wenig Lösungsansätze

Michael Ernst fragt nach bezahlbarem Wohnraum in Bad Tölz

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Im Tölzer Bräustüberl machte sich der SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Ernst (re.) auf die Suche nach bezahlbarem Wohnraum.

Bad Tölz – Brechend voll war der Raum, als Michael Ernst, der Bürgermeister-Kandidat der Tölzer SPD, zuletzt in seiner Veranstaltungsreihe „Ernst fragt nach“ zum Thema „Josefistift“ geladen hatte. Am vergangenen Dienstagabend stand „Wohnen für alle. Bezahlbarer Wohnraum in Tölz?“ im Nebenzimmer des „Bräustüberls“ auf der Tagesordnung. Dabei fiel freilich der Besucher-Zuspruch recht übersichtlich aus. Gerade einmal 13 interessierte Bürger waren neben den Mandatsträgern der Partei gekommen.

Dabei lag es sicher nicht daran, dass die Nachfrage nach „bezahlbarem Wohnraum“ in der Tölzerstadt gering wäre. Es lag schon eher an der bekannten Aussichtslosigkeit des Unterfangens, das SPD-Fraktionsführer Willi Streicher im Stadtrat kurz und treffend zusammenfasste: „Die Crux ist schlicht, dass es in Tölz kaum geeignete Grundstücke gibt, um groß bauen zu können.“

Da half es auch nichts, dass Ernst anfänglich feststellte: „Der Bedarf ist riesig. Aber für mich passiert – gefühlt – nichts.“ So führte er an, dass die Standortanalyse für das „neue“ Josefistift gezeigt habe, dass die Stadt durchaus noch bebaubare Grundstücke hätte: Am oberen und unteren Griesfeld oder auch an der Arzbacher Straße. Vor allem vermisste Ernst ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept in Sachen Wohnen in der Stadt für das nächste Jahrzehnt: „Denn die Einwohnerzahl wird, wenn auch mäßig, weiterhin steigen. So etwas zu entwickeln wäre für mich ein Hauptthema, sollte ich im Frühjahr 2020 gewählt werden.“

„Bezahlbar“, sei dabei das Schlagwort, meinte Stadträtin Camilla Plöckl: „Die Neubauten im Badeteil haben nur Leute von außerhalb angezogen, die sich die teuren Wohnungen leisten konnten. Für Familien mit Kindern war da nichts dabei.“ Zudem würde sie sich ein Mehr-Generationen-Haus wünschen, wie es derzeit in Wackersberg entsteht.

Deshalb müsse der neue Stadtrat „ganz neue Wege gehen“, forderte Ernst, „etwa auch auf Privatpersonen zugehen und mit denen erneut reden.“ Dabei brachte er das Postareal in der Stadtmitte oder die Flächen im Badeteil ins Spiel, die im Besitz der Jodquellen AG sind: „Dort könnte ich mir durchaus sozialverträglichen Wohnraum vorstellen.“ Zudem sollte das ganze Lettenholz-Gelände überplant und neu entwickelt werden.

Bei den vorhandenen Flächen und dem Leerstand in Privatbesitz sah sogar Streicher einen kleinen Lichtblick: „Ich hoffe schon, dass wenn nach den Wahlen neue Gesichter erscheinen, dass die mit bestimmten Leuten wieder ins Gespräch kommen könnten.“ ejs

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