FWG formiert sich allmählich

Michael Lindmair will Bürgermeister werden / Nominierung erst im Oktober

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FWG-Fraktionssprecher Martin Harrer (li) berichtet bei der Mitgliederversammlung über die Stadtratsarbeit. Neben ihm Schriftführer Georg Kastenmüller, 1. Vorsitzender Andreas Wiedemann sen., Stellvertretender Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat Michael Lindmair, sowie Schatzmeister Helmut Schwarz. 

Bad Tölz – Nach der CSU (Ingo Mehner) und der SPD (Michael Ernst) hat nun auch die Freie Wähler Gemeinschaft Bad Tölz (FWG) ihren Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen im Jahr 2020 vorgestellt. Anders als bei den beiden Parteien wurde aber bei der gut besuchten Mitgliederversammlung am Donnerstag im Binderbräu der Stellvertretende Vorsitzende Michael Lindmair (42) noch nicht offiziell nominiert. Das soll erst – zusammen mit den Bewerbern um ein Stadtratsmandat – bei der eigentlichen Aufstellungsversammlung am 24. Oktober erfolgen. Man wolle, wie der 1. Vorsitzende Andreas Wiedemann sen. sagte, nicht zu früh in den Wahlkampf starten „und schon am Anfang das Pulver verschießen“.

Allerdings soll sich in den nächsten Wochen entscheiden, wer und vor allem wie um die Gunst des Wählers gekämpft werden soll. Zum einen können sich Interessenten und vor allem Interessentinnen (wie Stadträtin Ulrike Bomhard anregte) melden, die ab kommenden Jahr neu im 24-köpfigen Tölzer Stadtrat für die Freien Wähler vertreten sein wollen. Zum anderen soll festgelegt werden, wie man die Wählerschaft erreichen möchte. Michael Lindmair, zweifacher Familienvater und von Beruf Immobilienmakler („Deren Image ist noch knapp besser als das der Politiker.“) setzt da ganz auf die Sozialen Medien und erhielt dabei Unterstützung durch Josef Niedermaier, ebenfalls Freier Wähler, der im kommenden Jahr erneut Landrat werden will und andeutete, dass es neben Anton Demmel (CSU) noch weitere Gegenkandidaten geben werde. „Wir haben 30.000 Jungwähler im Landkreis, die können wir nur über diese Kanäle erreichen“, meinte Niedermaier, der Lindmair „als richtigen Mann für unsere Stadt“ bezeichnete.

Wahlkämpfe kosten auch immer viel Geld. Schatzmeister Helmut Schwarz konnte hier Entwarnung geben. Er erstattete Rechenschaft über die Jahre 2017 und 2018, nachdem es im letzten Jahr keine Versammlung gegeben hatte. Insgesamt stehen aus den Beiträgen der 67 Mitglieder für heuer und das kommende Jahr 12.000 Euro zur Verfügung, wie der von den Mitgliedern abgesegnet Haushaltsplan vorsieht. Das kam Tobias Fuhrmann nicht gerade viel vor, zumal man neben dem Logo auch die Homepage erneuern will. Wie Schwarz und Wiedemann sagten, rechnet man in Wahlzeiten aber auch mit Spenden, mit Beiträgen der Mandatsträger und Erstattungen durch die Stadt. Von den Freien Wählern im Bayerischen Landtag ist allerdings nichts zu erwarten. „Wir in Bad Tölz und die Freien Wähler im Landkreis sind komplett unabhängig und kein Mitglied bei der Partei“, so Niedermaier.

Die Berichte des Vorsitzenden Andreas Wiedemann und des Fraktionssprechers Martin Harrer waren wenig aufregend, entsprachen weitgehend den Aussagen, die man schon vor eineinhalb Jahren bei der letzten Versammlung gemacht hatte. Wiedemann erinnerte an das gescheiterte Bürgerbegehren zum Hörmann-Hotelprojekt, das man auch finanziell unterstützt habe. Harrer hatte nach der Vorstellung der Stadtratsarbeit und der einzelnen Gremien noch ein besonderes Zuckerl für künftige FWG-Kandidaten parat: „Wer gewählt wird, darf bei Leonhardi auf dem Stadtratswagen mitfahren.“

Dort sitzt Michael Lindmair bereits seit 2014. Der frühere Knabenchor-Sänger, Trompeter, Bank- und Versicherungskaufmann und seit elf Jahren Immobilienmakler möchte als Bürgermeister vor allem das Thema Wohnen anpacken. Seiner Meinung nach gebe es dort erheblich Versäumnisse durch Bürgermeister Josef Janker (CSU), eine Aussage, die er auch im Herbst 2017 schon so getroffen hatte. bo

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