Geballte Frauenpower

Musikerinnen überzeugen auch ohne Konstantin Wecker in Kulturbühne

Standen erstmals gemeinsam auf der Bühne (v. l.): Tamara Banez, Miriam Green und Sarah Straub in der Kulturbühne Hinterhalt.
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Standen erstmals gemeinsam auf der Bühne (v. l.): Tamara Banez, Miriam Green und Sarah Straub in der Kulturbühne Hinterhalt.

Gelting – Kurz vor seinem Auftritt in der Kulturbühne Hinterhalt musste Liedermacher Konstantin Wecker absagen. Drei von ihm geförderte Nachwuchstalente präsentierten sich dennoch erfolgreich.

Mit seinem Plattenlabel "Sturm & Klang" fördert der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker junge Künstlerinnen. Dass er wegen einer Erkrankung nicht gemeinsam mit ihnen in der Kulturbühne musizieren konnte, bedauerten Tamara Banez, Miriam Green und Sarah Straub zunächst. Doch sie boten auch ohne Mentor Wecker ein eindrucksvolles Konzert.

Kurz vor dem Livestream-Auftritt erhielt Hinterhalt-Betreiberin Assunta Tammelleo eine folgenschwere Absage: Der bekannte Münchner Liedermacher Konstantin Wecker musste wegen einer Erkrankung auf den Auftritt mit den von ihm geförderten Nachwuchstalenten verzichten. Zudem war aufgrund eines Wasserschadens außer Technikern und Journalisten kein Publikum in der Kulturbühne Hinterhalt zugelassen.

Doch die negativen Nachrichten erwiesen sich im Nachhinein als Glücksfall, denn so richtete sich die Aufmerksamkeit derjenigen Zuhörer, die das Konzert auf dem Bildschirm ihres Computers verfolgten, alleine auf die musikalischen Qualitäten der drei Frauen.

So brillierte Miriam Green mit einem Instrument, das auf Konzertbühnen eher selten zu hören ist. „Das Englischhorn kommt normalerweise nur in großen Sinfonieorchestern zum Einsatz“, erklärte die Münchnerin. Nun begleiteten diese Klänge teils melancholische Liebeslieder, teils engagierte Texte.

Ein Lied für alle Klimaaktivisten

Dabei spielten Tamara Banez, Miriam Green und Sarah Straub im Geltinger Hinterhalt erstmals in dieser Besetzung zusammen, ließen sich aber auch Freiräume für Soloauftritte am Klavier. Der Einfluss des Förderers Konstantin Wecker machte sich fortan nicht nur in der Interpretation bekannter Stücke wie „Ich singe, weil ich ein Lied hab“ oder „Sage nein“ bemerkbar. Auch an politischen Appellen fehlte es an diesem Abend nicht: Tamara Banez widmete ein Lied der „Fridays for Future“-Bewegung und positionierte sich klar gegen die Abschiebung von Flüchtlingen.

„Die Welt muss weiblich werden, sonst geht sie vor die Hunde“

Am Ende des Konzerts folgten mit der beschwingten Feminismus-Hymne „Sisters“ und dem eigens für den Abend geschriebenen Song „Girls Power“ noch mal schnippische Kampfansagen gegen männerdominierte Hierarchien. Forderungen wie „Die Welt muss weiblich werden, sonst geht sie vor die Hunde“ und „Mädels an die Macht!“ kamen aber so charmant rüber, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt niemand mehr das Fehlen von Konstantin Wecker bedauert hat. Peter Herrmann

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