„Nichts für Jugendliche“

Mitfahrerbankerl: Ickinger Gemeinderat möchte lieber eine App ausprobieren

In Wolfratshausen gibt es seit dem Frühjahr eine ganze Reihe von Mitfahrbankerln. Wie stark diese genutzt werden, ist umstritten.

Icking – Wer auf dem Land kein Auto hat, hat ein Problem. Mancherorts schafft ein Mitfahrbankerl Abhilfe. Das ist wie Trampen ohne den Daumen rauszuhalten. Genauer gesagt handelt es sich um Sitzgelegenheiten mit einem beliebig wählbaren Ortsschild, das auf die Richtung hinweist, in die der Fahrgast hin will. Hat er Glück, nimmt ihn ein Auto mit. Solche Bänke gibt es schon in Wolfratshausen oder Münsing. Nach diesem Modell würde sie die Ickinger SPD gern auch im Gemeindegebiet installieren, um das Mobilitätsangebot zwischen den einzelnen Ortsteilen zu erhöhen und S-Bahn und Busse zu ergänzen. Die übrigen Ratsmitglieder ließen sich von dem Antrag vorerst nicht überzeugen und lehnten ihn mehrheitlich ab. Sie setzen lieber auf eine App, um sich gegenseitig mitzunehmen.

Acht Standorte in Icking, Dorfen, Attenhausen, Walchstadt und Holzen hatte Julian Chucholowski vorgeschlagen. Doch seinem Argument, dass dies eine „Bereicherung für junge Leute“ sei, konnte Verena Reithmann (UBI) nicht folgen. Sie hielt es für ein viel zu großes Risiko für Jugendliche: „Ich habe meinen Töchtern immer gepredigt, ja nicht in fremde Autos zu steigen.“, sagte sie. Hauptzielgruppe seien ältere Leute mit Zeit zum Warten, meinte Fraktionskollegin Claudia Roederstein, die sich über den verlässlichen Rücktransport Gedanken machte. Generell wurde die Notwendigkeit angesichts eines verbesserten Busangebots bezweifelt. Während Georg Linsinger (UBI) den Vorschlag als unsinnig abtat („Ich sehe nie jemand auf den Bänken sitzen“), wollte Martin Schlickenrieder (PWG) in Weidach eine Nutzung beobachtet haben. Als angesichts von Kosten von 1100 Euro pro Bank eine Mitfahr-App ins Spiel gebracht wurde, stieß dieser Vorschlag auf geneigtere Ohren. „So eine App fasziniert mich“, sagte Bürgermeisterin Margit Menrad. „Mal schauen, wie wir hier weiterkommen.“ ha

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