1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Bad Tölz - Wolfratshausen

Mitglieder rufen zum Protest gegen „TuS-Steuer“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der TuS Geretsried kämpft für Kompromisse in der Causa „Nutzungsgebühren“. Dafür überreichten mit (v.l.) Roswitha Baki, Heidrun Rösing, Stephan Heinle und Ingrid Feiglbinder dem dritten Bürgermeister Robert Lug eine Unterschriftenliste.
Der TuS Geretsried kämpft für Kompromisse in der Causa „Nutzungsgebühren“. Dafür überreichten mit (v.l.) Roswitha Baki, Heidrun Rösing, Stephan Heinle und Ingrid Feiglbinder dem dritten Bürgermeister Robert Lug eine Unterschriftenliste.

Von

RALF FASTNER, Geretsried - Darf sich Geretsried weiter den Namen „Sportstadt“ auf seine Fahnen schreiben oder nicht? Denn die Hallennutzungsgebühren in ihrer geplanten Form zwingen den TuS als mitgliederstärksten Verein in die Knie. Deshalb sucht TuS-Chef Stephan Heinle nach Kompromissen und wehrt sich gegen die „TuS-Steuer“, wie er sagt. Dafür übergab Heinle am vergangenen Freitag zusammen mit mit seiner Stellvertreterin Roswitha Baki, Vorstandsmitglied Heidrun Rösing und Turnabteilungsleiterin Ingrid Feiglbinder dem dritten Bürgermeister Robert Lug (er führt derzeit die Geschäfte im Rathaus) eine Unterschriftenliste gegen die Einführung von Hallennutzungsgebühren in ihrer geplanten Höhe. 500 TuS-Mitglieder unterschrieben bisher. Der Beschluss zur Einführung von Hallennutzungsgebühren von fünf Euro pro Stunde und 2.500 Euro jährlich für das Isaraustadion bei gleichzeitiger Kürzung der Sportförderung läutete den Scheideweg des Sportes in Geretsried ein. „Dies treibt uns an den Rand des Ruins“, sagte der TuS-Chef. Der TuS zählt derzeit 2.045 Mitglieder und frequentiert die Hallen am meisten. „So kommt die gebühr einer TuS-Steuer gleich,“ bemerkte Heinle mit ernster Miene. Baki prophezeite zudem einen „massiven Mitgliederschwund“. Wegen der Jahresumlage von 45 Euro hatten bereits 140 Mitglieder gekündigt. Das verdeutlichte Feiglbinder: „Durch das geplante Gebührenmodell muss der Jahresbeitrag für Erwachsene von 100 auf 140 Euro und für Kinder vo 60 auf 90 Euro angehoben werden.“ Im gleichen Atemzug habe die Kommune dem TuS 12.000 Euro an Sportförderung gestrichen. „Durch die Pauschale kommen Mehrkosten in Höhe von 60.000 Euro auf den TuS zu, erläuterete Heinle. Rund 130.000 Euro bekomme der TuS durch Mitgliedsbeiträge. „Die Stadt zwingt uns durch solch eine Politik zum Handeln“, erläutert der Vereinsvorsitzende. Um diese Belastung zu schultern, ist eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge unabdingbar. Lug ist sich der Probematik bewusst („Wir nehmen den Protest nicht auf die leichte Schulter.“), ließ sich aber zu keiner persönlichen Äußerung bewegen. „Natürlich ist der TuS von großer Bedeutung für die Stadt.“ Aber es gebe keinen Weg, der daran vorbeiführe ab 2011 Gebühren für die Hallen und Räume zu verlangen. Und weiter: „Der zugrundeliegende Stadtratsbeschluss fiel nahezu einstimmig.“ Nur SPD-Rat Wolfgang Werner stimmte damals dagegen. Sportreferent Hans Hopfner sagte, er werde sich für die Hälfte des vorgesehenen Betrages aussprechen, sprich 2,50 Euro. Der Nachbar Wolfratshausen habe auch mit 1,50 Euro klein begonnen und liege nun bei vier Euro. Dennoch hält Hopfner Nutzungsgebühren für unabdingbar: „Die Stadt muss Einnahmen generieren.“ Kostenlose Hallen seien auf Dauer nicht tragbar. Es sei nur eine Frage der Größenordnung. Aber: „Die fünf Euro sind ein gewaltiger Einschnitt für den TuS.“ Der Vorhang fäält im September. Dann wird das städtische Gremium über die Empfehlung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Soziales entscheiden. Diese sieht wie erwähnt fünf Euro pro Segment und Stunde plus einem Festbetrag von 2.500 Euro jährlich vor. So kämpft Heinle weiter energisch gegen diese Maßnahmen und setzt sich für „Hallennutzungsgebühren mit Augenmaß“ und „für den Erhalt der Sportförderung ein“. Für Heinle wäre beispielweise eine Gebühr erst ab 20 Uhr denkbar. Dann werden die Hallen hauptsächlich von Erwachsenen genutzt. „So spart man die Kinder von der Gebühr aus“, betonte Heinle. Diesen Vorschlag hielt Sportamtsleiter Werner Rampfel wegen der Ausnahmen aber für schwierig in der Umsetzung. Heinle zog am Ende des Gesprächs Bilanz: „Wir tun so viel für Geretsried. Ihr müsst Euch überlegen, ob die 100.000 Euro Mehreinnahmen den Ärger und die Demotivation bei den Übungsleitern wert sind.“

Auch interessant

Kommentare