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G 9-Revival

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Rund 75 von insgesamt 137 Schülern meldeten sich nun am Gymnasium Geretsried für die MittelstufePlus im kommenden Schuljahr an – 15 Schüler mehr als im Vorjahr. Eine Tendenz, die für sich spricht. © naj

Geretsried – Die Anmeldefrist für die Mittelstufe Plus für das kommende Schuljahr – und damit für das G 9 – ist abgelaufen und es zeichnet sich bayernweit ein eindeutiger Trend ab. Dieser ist auch am Gymnasium Geretsried spürbar.

Die Anmeldezahlen sprechen für sich – und für die Mittelstufe Plus. Laut Kultusministerium entschieden sich in ganz Bayern rund 68 Prozent der Gymnasialschüler für die vierjährige Mittelstufe anstelle des dreijährigen Regelzuges. Im vergangenen Schuljahr waren es noch 59,9 Prozent. Ein enormer Zulauf für das Pilotprojekt, das im kommenden Schuljahr 2016/17 in das zweite Jahr gehen wird. Eine Tendenz, die auch die stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Geretsrieds, Christine Kohlbeck verzeichnen kann. Denn das Gymnasium Geretsried gehört zu einer der 47 Pilotschulen in Bayern, die die Mittelstufe Plus seit diesem Schuljahr auf Herz und Nieren testen.

Am vergangenen Montag endete die Anmeldefrist für die Mittelstufe Plus im kommenden Schuljahr. Und auch am Gymnasium Geretsried ist der bayernweit steigende Trend zu spüren: Rund 55 Prozent der Schüler – dies entspricht 75 von insgesamt 137 Schülern – bewarben sich laut Kohlbeck für die Mittelstufe Plus. Vergangenes Jahr seien derweil 60 Anmeldungen eingegangen. Eine Nachfrage, die Kohlbeck stolz macht. „So können wir im nächsten Schuljahr drei Mittelstufe Plus-Klassen und zwei reguläre Klassen anbieten“, betont Kohlbeck. Aber sie sei auch froh darüber, dass sich von den insgesamt 137 Schülern auch 62 für den Regelzug entschieden hätten, so dass die Bildung einer regulären Mittelstufe am Gymnasium – neben der Mittelstufe Plus – auch weiterhin gewährleistet werden könne. Schließlich liege ein Erfolg der Mittelstufe Plus für Kohlbeck eben in der Möglichkeit zu wählen – und nicht ein System aufgezwungen zu bekommen. „Die Wogen, die das G 8 seit seiner Einführung geschlagen hat, haben sich mit der Mittelstufe Plus geglättet“, so Kohlbeck. Dies sei definitiv spürbar. Früher seien Elternbeschwerden über zu viele Hausaufgaben oder zu lange und häufige Nachmittagsunterricht wöchentlich auf der Tagesordnung gestanden. Dies sei nun nicht mehr der Fall. Die Mittelstufe Plus umfasst nämlich in der achten, neunten und der so genannten zusätzlichen NeunPlus-Klasse 30 Wochenstunden sowie in der zehnten Klasse 32 Wochenstunden mit einmalig zwei Stunden Nachmittagsunterricht. Im Regelzug liege die Wochenstundenanzahl laut Kohlbeck in den drei Jahrgangstufen dagegen jeweils bei 33, 34 und 36 Wochenstunden. Wobei hier in der 10. Klasse Nachmittagsunterricht bis 17.05 Uhr einfach zum Alltag gehöre. Die langen Nachmittage und der enorme Leistungsdruck seien eben für die Eltern und Schüler auch meist die ausschlaggebenden Argumente die Mittelstufe Plus zu wählen – und nicht das G 8.

„Die Entscheidung für das Modell der Mittelstufe Plus ist eben auch eine Entscheidung für mehr Zeit, um etwas zu lernen“, erklärt Kohlbeck. Sie betont aber auch, dass das nicht bedeute, dass die Schüler weniger tun müssten. Schließlich müssen die Mittelstufe Plus-Schüler nach vier Jahren auf dem selben stofflichen Niveau wie die Regel-Schüler sein. „Denn in der Oberstufe werden alle wieder in einem Jahrgang vereint“, so die stellvertretende Schulleiterin. Da müssten dann am Ende alle das selbe Abitur schreiben. Und Kohlbeck zeigt sich zuversichtlich, dass nach der vierjährigen Mittelstufe kaum Lücken in der Oberstufe bemerkbar sein werden – eher wird sich sogar eine gewisse Stofftiefe abzeichnen. Das zeige auch das Feedback der Lehrkräfte. „Diese haben jetzt sowohl mehr Zeit für die Schüler als auch für den Stoff und können die einzelnen Themenkomplexe in ganz anderen Facetten beleuchten“, legt die stellvertretende Schulleiterin dar. Und noch mehr: „Die Schüler ziehen laut den Lehrkräften richtig an.“ Es sei sozusagen eine Freude in der Mittelstufe Plus zu unterrichten. Insgesamt beläuft sich das Pilotprojekt Mittelstufe Plus auf nur zwei Jahre. Deswegen erwartet Kohlbeck im kommenden Jahr – auch wenn ein kompletter Jahrgang dann die Mittelstufe Plus noch nicht durchlaufen hätte – eine politische Entscheidung zum weiteren Verfahren am Gymnasium. Und hier äußert sie eine ganz klare Wunschvorstellung: „Wir möchten gerne beide Mittelstufenzüge weiterhin anbieten.“ Denn die bewusste Entscheidung zwischen G 8 und G 9 sei für viele Eltern und Schüler nicht nur beruhigend, sondern auch eine wichtige Art der Partizipation.  naj

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