Münsinger Gemeinderat lehnt Antrag ab, doch ein Hintertürchen bleibt offen

Kein Pocci-Museum am Pallaufhof

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Werden nicht im Wohnquartier südlich des Pallaufhofs heimisch: die Marionetten des „Kasperlgrafen“ Franz von Pocci.

Münsing – Im September beantragte die Franz-von-Pocci-Gesellschaft, ein Grundstück für einen Museumsbau im geplanten Wohngebiet südlich des Pallaufhofs auszuweisen. Dieser Wunsch wurde nun vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.

Grund: Der Bereich soll ausschließlich Wohnzwecken dienen. Dr. Michael Köhle, Vorsitzender der Franz-von-Pocci-Gesellschaft, erinnerte an die gelungene Kooperation bei der Aufstellung des Pocci-Denkmals vor dem Rathaus. „Es wäre schön, wenn eine derartige Zusammenarbeit auch in Zusammenhang mit einem Museumbau möglich wäre“, so Köhle. Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) bekräftigte indes, dass er das Wohngebiet südlich des Pallaufhofs ausschließlich für Wohnzwecke – zum Teil an einheimische Bürger mit entsprechendem Bedarf – veräußern will. „Dieser Schritt ist zur Finanzierung der vorgesehenen Gemeindebedarfsnutzung erforderlich“, erklärte Grasl. Auch die Anregung der Franz-von-Pocci-Gesellschaft, im Pallaufhof selbst eine Teilnutzung für museale Zwecke zuzulassen, wurde von den Räten einstimmig abgelehnt. „Die Gemeinde kann vor einer Bedarfsermittlung für das geplante öffentliche Gebäude noch keine Nutzung zusagen“, erklärte Ratshauschef Grasl. Michael Köhle bedauerte die Absage: „Franz von Pocci ist in der Vergangenheit unter seinem historischen Wert gehandelt worden“. Ein Museum in der Münsinger Ortsmitte wäre seiner Ansicht nach die verdiente Anerkennung für den im 19. Jahrhundert lebenden Zeichner und Schriftsteller gewesen. Konkrete Planungen zur Trägerschaft und Gestaltung des Museums gäbe es indes noch nicht. „Ich wollte erst einmal vorsichtig ausloten, ob im geplanten Wohngebiet das Baurecht ein Museum zulässt“, sagte Köhle. So müssen sich die Pocci-Anhänger noch etwas gedulden. Denn Grasl ließ zumindest ein Hintertürchen offen, so dass der Traum von Köhle doch noch wahr werden könnte: „Um kulturelle Nutzungsoptionen für die Gestaltung des Pallaufhofs zu entwickeln, müssen sich erst alle Akteure von 2013 an austauschen. Die Festlegung auf einzelne Themen vor diesem Prozess kann deshalb nicht befürwortet werden.“ Peter Herrmann

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