BR-Fernsehteam stellt Ausbildungsberuf des Holzblasinstrumentenbauers vor

Musikhaus Dörfler vor der Kamera

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Beim Klarinettenbau ließ sich Auszubildende Stefanie Pohl über die Schulter schauen – vom Firmenchef Roland Dörfler persönlich.

Geretsried – Seit 1951 produziert der Meisterbetrieb Dörfler Holzblasinstrumente. Nun kam das Bayerische Fernsehen und blickte hinter die Kulissen der Manufaktur.

Dass das Familienunternehmen mit der 21-jährigen Stefanie Pohl auch eine Auszubildende und mit Maia Obser eine versierte Praktikantin beschäftigt, macht Firmenchef Roland Dörfler besonders stolz. Grund genug für ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks, den Handwerkern einen halben Tag lang über die Schulter zu schauen und einen 15-minütigen Film zu drehen, der am 3. Dezember um 19 Uhr auf BR-alpha zu sehen sein wird. Ob Textilreiniger, Bergbautechnologe oder Holzinstrumentenbauer – die BR-Sendereihe „Ich mach’s“ stellt in kompakter Form die unterschiedlichsten Ausbildungsberufe vor. „Nach der TV-Ausstrahlung am Montag stellen wir die 15-minütigen Filme auf unsere Homepage. Dort können sie von interessierten Jugendlichen mindestens ein Jahr lang abgerufen werden“, erklärt Filmautor Matthias Rex. Gemeinsam mit Kameramann Gunther Müller, Tonmeister Martin Busbach und Beleuchter Christian Seitz ist er vom Nürnberger Studio Franken des Bayerischen Rundfunks in den Geretsrieder Süden gereist, um die Produktion von Holzblasinstrumenten zu filmen. Dabei erzählt Angelika Dörfler zunächst, welche Voraussetzungen für das Erlernen des Berufs notwendig sind. „Handwerkliche und musikalische Begabung sind schon von Vorteil. Schließlich müssen kleine Teile zusammengebaut und das fertige Instrument angeblasen werden“, so Dörfler. Die 21-jährige Stefanie Pohl, die im Musikhaus Dörfler ihr drittes Ausbildungsjahr absolviert, bringt diese Voraussetzungen mit. Manchmal muss sie auch Klarinetten reparieren oder reinigen. Dabei führt die Auszubildende einen leuchtenden Schlauch in das Instrument, um Staub und Dreck besser sehen zu können. „Das gehört zum Kundendienst“, erklärt Pohl. Schließlich besteht auf Dörfler-Klarinetten ein fünfjährige Garantie. Sie werden aus 30 bis 35 Jahre gelagerten Grenadillholz und Cocoboloholz in reiner Handarbeit angefertigt. Ungefähr 90 Stunden dauert es, bis aus einem Klotz eine Klarinette mit metallischen Stegen und Klappen entsteht. Diese Qualität wird mittlerweile in ganz Europa geschätzt. Neben Orchestern aus Frankreich, Ungarn und Österreich haben auch Blaskapellen sowie die Musikschulen in Geretsried, Wolfratshausen und Grünwald gute Erfahrungen mit den Instrumenten aus dem Musikhaus Dörfler gemacht. Dennoch absolvieren derzeit nur etwa fünf bis acht gelernte Holzblasinstrumentenbauern in Oberbayern ihren Meister. „Toll, dass es noch alteingesessene Familienbetriebe gibt, die zudem Ausbildungsstellen schaffen“, zeigte sich Filmautor Matthias Rex nach den Dreharbeiten begeistert. Sein Team reiste noch am selben Tag ab, um in einem Bamberger Holzblasinstrument-Unternehmen zu filmen. „Danach benötigen wir noch etwa noch fünf Tage für den Schnitt und den Ton, bis der Beitrag fertig ist“. Nach der Ausstrahlung auf BR-alpha am 3. Dezember um 19 Uhr wird der Film auch auf der Website des Bayerischen Rundfunks zu sehen sein. „Unsere Seite wird derzeit bis zu 100.000 Mal im Monat angeklickt“, verspricht Rex. Eine bessere Werbung für den vielseitigen Ausbildungsberuf des Holzblasinstrumentenbauers könnte sich Roland Dörfler nicht wünschen. Peter Herrmann 

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