Mustersitzung in Königsdorf

Bürgermeister und neue Gemeinderäte vereidigt

+
Als erste Amtshandlung vereidigte Rainer Kopnicky (vorne) die sechs neuen Gemeinderäte (v.l.): Peter Hofberger, Susanne Schwaighofer, Florian Rausch, Josef Günthner, Annemarie Schiefer und Andreas Weber-Rothschuh

Königsdorf – Die Vereidigung des künftigen Rathauschefs Rainer Kopnicky und der sechs neuen Räte in Königsdorf verlief fast ohne Abweichungen vom Standardprotokoll. Auch die Ausschüsse wurden ohne Widerworte besetzt, kein noch so leiser Zwischenton ließ sich vernehmen. Nur bei der Wahl des Vizebürgermeisters hatte sich die Unabhängige Bürgerliste (UBL) einen anderen Ausgang gewünscht. Sie hätte gern Marlies Woisetschläger (UBL) als Vize-Bürgermeisterin gesehen.

Der Schlusskommentar fällt immer einer Königsdorfer Zuhörerin zu. Die treue Seele aller Gemeinderatssitzungen brachte es auch diesmal wieder auf den Punkt. So wie sie Toni Demmel in seiner letzten Sitzung Ende April treffsicher verabschiedete, gab die „Bürgerstimme“ dem neuen Rathauschef Rainer Kopnicky bei der konstituierenden Sitzung die passenden Worte mit auf den Nachhauseweg: „Normalerweise schimpfe ich ja immer viel“, blickte die Vertreterin aller Königsdorfer Kopnicky leicht streng an, „aber guad hast des heit g’macht“. Fast, als hätte sich Rainer Kopnicky nie mit etwas anderem beschäftigt, führte Demmels Nachfolger alte wie neue Gemeindevertreter durch die Premierensitzung. Souverän – „obwohl ich schon etwas angespannt war“, wie er abschließend gestand.

Da die Einwohnerzahl Königsdorfs mittlerweile die 3.000 übersteigt, besteht das Gremium nunmehr aus 16 Gemeindevertretern. Ein Gerangel um die Posten gab es nicht. Freilich hatten sich der Bürgermeister sowie die Vertreter der Unabhängigen Bürgerliste, der Freien Wähler sowie der CSU im Vorfeld auf die Besetzung der Ausschüsse und Beauftragten verständigt. Auch der Erlass einer Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts wurde einstimmig verabschiedet. Zudem gab sich der Gemeinderat eine neue Geschäftsordnung. Sie orientiert sich weitgehend am Muster des Bayerischen Gemeindetages. Darüber bestellten die Räte Kopnicky zum Eheschließungsbeamten.

Der Ausschuss „Jugend, Bildung und Kultur“ wurde in „Bildung und Soziales“ umbenannt. Während der Bau- und Umweltausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss aus jeweils neun Mitgliedern mit dem ersten Bürgermeister als Vorsitzendem besteht, wurde der Ausschuss „Bildung und Soziales“ paritätisch mit jeweils einem Fraktionsvertreter besetzt. Dem Ausschuss wird Marlies Woisetschläger (UBL) vorstehen. Auch im Rechnungsprüfungsausschuss arbeitet künftig jeweils ein Mitglied einer Fraktion mit Isabella Vogl (Freie Wähler) als Vorsitzender.

Lediglich die Benennung des stellvertretenden Rathauschefs fiel nicht einstimmig aus. 14 Räte votierten geheim für die Wiederwahl von Sebastian Seidl (CSU) zum zweiten Bürgermeister, drei Stimmen waren ungültig. Seidl musste nach seiner Wiederwahl nicht mehr vereidigt werden. Zuvor hatte Bernhard Woisetschläger (UBL) in einer kurzen Ansprache deutlich gemacht, wen sie lieber auf dem Stuhl des Vize gesehen hätten. „Gerne hätten wir dem Rainer gerne eine starke Frau zur Seite gegeben.“ Bei der Sondierung hätte sich jedoch ergeben, dass ihr Votum für Marlies Woisetschläger (UBL) keine Chance auf Mehrheitsfähigkeit hatte. „Dass wir die Wahl von Marlies zur Vize-Bürgermeisterhin nicht weiterverfolgt haben, lag nicht an unserer mangelnden Courage“, so Woisetschläger. Er betonte, dass eine Neubesetzung der Position nicht als Misstrauen gegen Demmels bisherigem Stellvertreter Seidl zu werten sei: Der Wunsch der UBL gründe allein auf ihrem zunehmend großen politischen Gewicht in der Gemeinde. Die Ausschüsse seien paritätisch besetzt worden, „aber eine paritätische Besetzung der Bürgermeisterposten haben wir nicht hinbekommen“, schloss Bernhard Woisetschläger. Letztlich sei der UBL jedoch ein harmonisches Miteinander wichtiger als gegeneinander zu arbeiten. sge

Auch interessant

Kommentare