Nach dem Abschiedsabend schmiedet Wirt Michel Amato neue Pläne

Amato plant neue Musikbühne

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Wirt Michel Amato, hier mit dem Gautinger Duo „Seaside“, überreichte allen Musikern dann zum Abschied noch rote Rosen.

Wolfratshausen – Wirt Michel Amato sucht bereits einen neuen Standort für eine Musikbühne.

15 Bands sorgten am 22. Dezember noch einmal für eine randvolle Bar D’Amato. Das kleine Restaurant, das vor vier Jahren in der Loisachpassage eröffnet wurde und seit Januar 2010 auch Veranstaltungsort vieler Konzerte war, ist nun endgültig Geschichte.

„Das wird heute bestimmt der schönste, aber auch der traurigste Konzertabend in der Bar D’Amato“, sagte Wirt Michel Amato zu Beginn des elfstündigen Musikmarathons. Und der 44-Jährige sollte Recht behalten. Nachdem sich am Nachmittag nur wenige Besucher in die Loisachpassage verirrten, schien die Bar am Abend aus allen Nähten zu platzen. Während Amatos 13-jähriger Sohn Nino in der Passage fleißig Burger brutzelte, waren im Innenraum Bossa, Country, Blues und Austro-Pop-Klassiker zu hören. „Ich danke meiner Familie und meinem Team, dass sie zwei Jahre den Schmarrn mitgemacht haben“, meinte Amato am Ende ironisch. Der Gastronom betreibt derzeit die Cafeteria in der Kreisklinik und sucht nun zudem nach einem neuen Standort für eine Musikbühne. „Ich werde mich hier in der Region umschauen. Vielleicht eröffne ich eine Live-Bühne, die zwei bis dreimal in der Woche am Abend geöffnet hat“, verrät Amato. Definitiv kein Interesse hat der Wirt an der Übernahme eines Großprojektes wie zum Beispiel der Wolfratshauser Flößerei: „Das wäre neben der Krankenhauscafeteria einfach zu zeitaufwändig. Ich will kein zweites Tagesgeschäft nebenher führen.“ Den Räumlichkeiten in der Loisachpassage trauert Amato indes nicht hinterher. „Insgesamt war die Akustik in dem langgezogenen Restaurant nicht optimal und die Bühne einfach zu klein.“ So musste die siebenköpfige Band „Punkt Vier“ am Abschlussabend schon ganz eng zusammenrücken, um ihre Coversongs in voller Mannschaftsstärke zum Besten geben zu können. Viele Musiker und Gäste wünschen dem Wirt viel Glück bei der Standortsuche. „Schade, dass die Musikbar schließt. Wir hoffen aber sehr, dass Michel bald in einer anderen Location ein Konzert von uns veranstaltet“, sagte Stephan Schludi vom Gilchinger Duo Acoustic Projekt 65. Günter Wagner, Mitorganisator des Geretsrieder Kulturherbstes und Autor des Theaterstücks „Aufstand“, vermisst die Bar D’Amato ebenfalls: „Da haben einige viel versprechende Gruppen gespielt, die ich mir durchaus auch auf einer größeren Bühne gut vorstellen könnte.“ Im Gegensatz zu anderen Auftrittsorten erhielten die Musiker von Wirt Michel Amato keine feste Gage. Ein Hut, der durchs Publikum ging, füllte sich in den vergangenen zwei Jahren oft rasch mit Geld. „Da waren manchmal Summen bis zu 650 Euro für die Künstler drin“, so Amato. Nach den 15 Abschlusskonzerten waren nahezu alle Besucher der Meinung, dass die Lücke, die die geschlossene Musikbar in Wolfratshausen hinterlässt, unbedingt schnell geschlossen werden muss. Peter Herrmann

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