Nach zwölf Jahren Diskussion und Planung: Baubeginn für neue Dreifachturnhalle

Endlich der erste Spatenstich

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Landrat Josef Niedermaier (6.v.l.) sowie Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (5.v.l.) setzten zusammen mit Vertretern der beteiligten Planungsbüros sowie der Schulen zum ersten symbolischen Spatenstich für die neue Dreifachturnhalle am Geretsrieder Schulzentrum an.

Geretsried – 2007 wurde erstmals der Bedarf an einer zusätzlichen Sporthalle am Geretsrieder Schulzentrum laut. Doch sollten zwölf Jahre ins Land streichen, bis nun endlich der lang ersehnte symbolische erste Spatenstich für die neue Dreifachturnhalle stattfinden konnte.

Selten war ein Neubauprojekt für eine Schule so umstritten, selten wurde so hitzig diskutiert, als eben über die neue Sporthalle. Zweieinhalbfach-, Vierfach- und schlussendlich nun eine Dreifach-Turnhalle.Die Vorstellungen, wie groß die Halle denn werden soll, gingen in der Kreispolitik weit auseinander. Die hatte teils „nur“ den Bedarf für die Schulen des Landkreises im Kopf. Doch gab es eben auch Wünsche örtlicher Vereine, etwa nach einer Tribüne. Nach zähem Ringen entsteht nun eine halle, die Veranstaltungen für bis zu 1.200 Personen ermöglicht. „Ich könnte viel erzählen, wie es zu dem Beschluss kam“, erklärte Landrat Josef Niedermaier. Doch wollte er sich das am Ende ersparen, sicher auch, weil er nochmals hätte erklären müssen, weshalb er einst so vehement für die 2,5-fach-DIN-Halle gekämpft hatte. Die jetzigen Planungen aber seien doch ein Meilenstein für das Schulzentrum. Schließlich gebe es kaum Schulzentren in Oberbayern, die im Umfeld gleich über drei Hallen und bald schon ein Schulschwimmbad verfügten. „Das sind beste Bedingungen“, fasste er zusammen. Niedermaier hofft nun auf einen zügigen Baufortschritt, um die anvisierte Eröffnung im September 2020 feiern zu können. Aktuell sehe es gut aus – immerhin 50 Prozent der Ausschreibungen seien vergeben „und der Kostenrahmen wird exakt eingehalten“, so der Landrat überrascht. Das sei schon ein wenig unüblich in einer Branche, wo angesichts voller Auftragsbücher Kostensteigerungen von 20 bis 30 Prozent nicht unüblich seien. Nochmals verwies er darauf, dass die Hallendrittel nun bis auf die Tribüne durch einen speziellen Vorhang abtrennbar seien. „Das ist perfekt für den Schallschutz, das haben wir uns nun mal geleistet – auch für die Vereine.“ Das wusste Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller durchaus zu schätzen. „Ich weiß, dass der Landkreis hier mehr macht, als er eigentlich müsste.“ Dem Kreistag, dem er selbst angehört, dankte er für die entsprechende Mittelfreigabe. Wie Niedermaier verwies auch Müller darauf, dass die Dreifachturnhalle nicht die einzige Investition ins Schulzentrum sei. „Schließlich bauen wir ja auch ein Interkommunales Hallenbad, sanieren die Mittelschule und suchen nach einem Standort für eine dritte Grundschule hier im Umfeld.“ Das, so Müller, sei eine deutliche Aufwertung des Schulstandorts Geretsried „und natürlich eine Investition in die Schüler“. Dass tatsächlich sehr lang über die Dreifachturnhalle diskutiert wurde, sah Müller am Tag des ersten Spatenstichs versöhnlich: „Das ist nun mal Demokratie.“ 

Eckdaten: 

10,6 Millionen Euro soll die neue Dreifachturnhalle kosten, 2,9 Millionen Euro staatliche Förderung gibt es dazu. Nach zähem Ringen wird eine Dreifachturnhalle mit den Maßen 27 auf 45 Meter gebaut: inklusive Verkaufsraum, Besuchertoiletten, Kleingeräteabteile, Stuhllager, Regiekanzel und eine Zuschauertribüne, die auch für die Vereinsnutzung von wesentlicher Bedeutung ist. Im Foyer wird ein Aufzug eingebaut, zudem wird es eine mobile Bühne für Großveranstaltungen geben. Die Tribüne bietet für rund 300 Personen Platz (224 davon über Sitzplätze), im Sportbereich der Halle dürfen sich weitere 900 Personen aufhalten. Thomas Kapfer-Arrington

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