Alpamare-Gründer verstorben

Nachruf auf den Unternehmer Max Anton August Hoefter

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Ein Bild aus früheren unbeschwerten Tagen: Alpamare-Gründer Max Hoefter zusammen mit seiner Gattin Claudia im Gespräch mit Verleger Dirk Ippen (re) und Redakteur Karl Bock (li).

Bad Tölz/Bad Heilbrunn – Sein Name ist untrennbar mit den beiden Kurorten Bad Tölz und Bad Heilbrunn – sowohl positiv wie auch negativ - verbunden. Max Hoefter, Unternehmer, Kurdirektor und Alpamare-Gründer ist bereits am Zweiten Weihnachtsfeiertag im Alter von 79 Jahren gestorben.

Max Anton August Hoefter, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 20. Februar 1939 geboren, und zwar in eine im Oberland weithin bekannte Familie, die eng mit der Geschichte der beiden Kurorte verknüpft ist. 1860 wurde die Jodquellen AG gegründet, die das Heilwasser aus den Quellen nutzte und damit die Voraussetzungen für den Aufstieg der Orte schaffte. 1912 erwarb die AG alle Grundstücke und Rechte des damaligen Heilbrunner Privatbads, es folgte der Bau von Kurhaus, einem Hotel und der Wandelhalle. 1928 gelang es dem Diplom-Landwirt Anton Hoefter, die Aktienmehrheit der Jodquellen AG zu erwerben. 1930 baute er in Bad Tölz die größte Wandelhalle Europas, die heute unter Denkmalschutz steht und schon lange ungenutzt ist. 1965 übernahm dann sein Sohn Max Hoefter die Geschicke der Jodquellen AG. Zu dieser Zeit gab es in Bad Tölz zwei Kurverwaltungen, die Städtische und die der Jod AG. Max Hoefter glaubte aber schon damals nicht mehr an die Zukunft der Sozialkur, die den Kurorten ihr Einkommen gab. Das führte 1970 zur Gründung des Tölzer Spaß- und Erlebnisbades Alpamare, das zum ersten Brandungswellenbad Deutschlands wurde und Besucher aus dem In- und Ausland anzog.

Zudem war Hoefter Direktor der Kurfürstin Adelheid GmbH, die aus der Jodquellen AG hervorgegangen ist. Nach der Schließung des Heilbrunner Kurhauses 1982 wollte er das Gebäude in Wohnungen umwandeln, die Gemeinde lehnte das jedoch ab. Es folgte ein rund 30 Jahre langer Streit, der in schwarzen Kreuzen und vernagelten Fenstern mündete. Erst 2015 konnte eine Einigung erreicht werden, die Gemeinde konnte das Areal kaufen.

Seit 2004 ist Dr. Anton Hoefter, eines von sechs Kindern des Verstorbenen, in dritter Generation Vorstandsvorsitzender der Jodquellen AG. Unter seiner Regie wurde Ende 2014 das erste Hotel am Platze in Bad Tölz, der Jodquellenhof, geschlossen, einige Monate später, am 30. August 2015 auch das Alpamare, zahlreiche Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Der Name des einstmals bahnbrechenden Freizeitzentrums mit bis zu 500.000 Besuchern pro Jahr lebt allerdings weiter, bereits 1977 hatte Max Hoefter in Pfäffikon in der Schweiz ein Bad nach Tölzer Vorbild eröffnet, das immer noch existiert. Mit dem „Alpamare“ hatte Hoefter das Meer über die Alpen (daher der Name) geholt. Dafür hatte er unter anderem den Goldenen Ehrenring der Stadt im Jahr 1989 erhalten. In den letzten Jahren lebte Hoefter zusammen mit seiner Frau überwiegend in Wollrau in der Schweiz. Dort fand auch die Beerdigung im engsten Familienkreis statt. bo

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