Gemeinde Münsing weiht Loriot-Denkmal am Dorfplatz ein

„Nackerte Preißn am Dorfplatz“

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Die beiden Loriot-Töchter Susanne und Bettina enthüllten gemeinsam mit Bürgermeister Michael Grasl die „Herren im Bad“. 

Münsing – Vor sechs Jahren starb der Humorist und Karikaturist Vicco von Bulöw alias Loriot. Nun wurde dem einstigen Münsinger Ehrenbürger am Dorfplatz ein Denkmal gesetzt – eine originalgetreue Replik des Sketches „Herren im Bad“.

Bürgermeister Michael Grasl erinnerte in seiner Grußrede an die langwierige Realisierung des Denkmals: „Das war ein längerer Denkprozess in oberbayerischer Geschwindigkeit. In Bremen und Brandenburg ging das deutlich schneller“. Dritter Bürgermeister Ernst Grünwald hatte sich zuvor mit der Familie Bülow über die künstlerische Gestaltung abgesprochen. Das Resultat ist eine 1,60 Meter lange, 95 Zentimeter breite und 76 Zentimeter hohe Badewanne aus Granit mit Büsten aus Bronze. Aus den Mündern der Figuren spritzt abwechselnd Wasser. Der Starnberger Bildhauer Max Wagner hat die in der Höhenrainer Bronzegießerei von Andreas Hofmeister gegossenen Büsten angefertigt. Die Badewanne schufen Paul und Werner Merckenschlager, das Wasserspiel stammt von Pumpen Pauli. Vor der Enthüllung des Denkmals spielte die Münsinger Blaskapelle preußische Märsche, die in Loriots berühmtesten Sketchen zu hören sind. Der Humorist lebte von 1963 bis 2011 in Ammerland und hatte deshalb laut Grasl eine besondere Beziehung zu Münsing. So arbeitete Loriot in die Symbole des örtlichen Judo-Vereins und der Feuerwehr seine berühmten Knollenmännchen ein. Für die 2008 ausgeschiedenen Gemeinderäte fertigte er Karikaturen an. Zudem sei es Loriot zu verdanken, dass Münsing 1989 an der Fernsehshow „Spiel ohne Grenzen“ teillnahm und deutschlandweit bekannt wurde. Das Brunnen-Denkmal mit den Bronzebüsten von Herrn Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner sieht Grasl als Sinnbild für den Austausch verschiedener Meinungen. „Wir brauchen diesen Humor in der Gemeinde – auch im Sitzungssaal“, so Grasl abschließend. Scherzhaft-ironisch kritisierte Alt-Landrat Otmar Huber anschließend, dass es „nicht unbedingt nackerte Preißn hätten sein müssen, die man auf dem Dorfplatz vorführt“. Er lobte Loriot als größten Humoristen des Landes, der es 1996 auch geschafft habe, in fünf Minuten den ganzen Kreistag zum Lachen zu bringen. „Das habe ich in drei Jahrzehnten Amtszeit nicht geschafft“, erklärte Huber. Danach rezitierte Gerd Haffmanns, der von 1968 bis 1982 Loriots Bücher für den Diogenes-Verlag lektorierte, den Sketch „Herren im Bad“. Abschließend enthüllte Bürgermeister Michael Grasl zusammen mit den zwei Loriot-Töchtern Susanne und Bettina das Denkmal und setzte begleitet vom Applaus der rund 300 Festgäste eine Plastikente ins Wasser. Damit widersetzte er sich Müller-Lüdenscheidts Forderung, dass die Ente draußen bleiben soll.Peter Herrmann

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