Nähen in der Krise

Senioren im Tölzer Josefistift stellen Mundschutzmasken her

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Mit einem Kunstprojekt und dem Nähen von Masken sind die Senioren des Josefistifts gerade beschäftigt. 

Bad Tölz – In Zeiten der Corona-Krise muss jeder sehen, wie die individuelle Situation gemeistert werden kann. Und alle helfen, wo und wie es möglich ist: Im Tölzer Josefistift nähen die Bewohner gerade Mundschutzmasken.

Das Alten- und Pflegeheim Josefistift ist in dieser durch staatliche Beschränkungen geprägten Zeit ein besonderer Ort: Die hoch betagten Bewohner sind allesamt der Risikogruppe zuzurechnen, die es vor Ansteckung ganz besonders zu schützen gilt. Eine weitgehende Isolation der Pflegeeinrichtung ist die Folge.

„Die Situation ist für uns und vor allem für unsere Bewohner nicht einfach“, schildert Bettina Emmrich, Leiterin des Josefistifts. „Viele der Senioren, gerade die, die an Demenz erkrankt sind, verstehen nicht, dass ihre Verwandten zu ihrem eigenen Schutz jetzt nicht zu Besuch kommen dürfen. Mir ist aber wichtig, dass wir nach draußen das Signal senden: Es geht uns soweit gut.“

Die Arbeit sei komplizierter geworden, weil die Hygienemaßnahmen gegenüber dem Normalbetrieb noch einmal deutlich verschärft wurden. Auch fehlen die Kontakte zu den Angehörigen. Zudem mussten einige Angebote für die Bewohner gestrichen werden, um den notwendigen Abstand zueinander einhalten zu können, berichtet Emmerich weiter.

Gruß aus dem Josefistift: „Es geht uns gut“

„Wir bemühen uns aber, weiterhin für viel Abwechslung zu sorgen“, sagt Emmerich. „So nähen einige Bewohnerinnen mit Begeisterung Stoffmasken.“ Eine besondere Freude insbesondere ein Brief der Geschwister Aurelia und Leopold, sechs und vier Jahre alt. Sie hatten den Senioren Bilder gemalt, um so allen Omas und Opas und vor allem denen, die keine Enkelkinder haben, einen lieben Gruß ins Josefistift zu schicken. „Die Bewohner haben sich darüber sehr gefreut.“

Das Betreuerteam griff den Impuls dankbar auf und startete mit den Bewohnern ein Kunstprojekt. „Vielleicht werden wir die Ergebnisse nach der Krise, bei einem Tag der offenen Tür einmal ausstellen“, so Emmrich. Aktuell hängen einige am Tor zur Bahnhofstraße. Bis dahin sei es allerdings noch ein langer Weg. Jeder müsse sehen, wie er oder sie die Krise meistern könne. Emmerich: „ jeder muss an seinem Platz versuchen, etwas zur Lösung beizutragen.“ dwe

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