1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Bad Tölz - Wolfratshausen

Nahverkehrsplan zum Walchensee: Halbstundentakt am Wochenende

Erstellt:

Von: Daniel Wegscheider

Kommentare

Der Walchensee
Der Walchensee ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer. Daher sollen dorthin die Busverbindungen verbessert werden. © Loipolder

Landkreis – Jetzt könnte es bald noch schneller per ÖPNV vom Bahnhof in Kochel am See zum Walchensee gehen. Jüngst hat sich nämlich der Kreis-Infrastrukturausschuss für eine Taktverdichtung der Buslinie 9608 ausgesprochen.

Die RVO hat sich per Brief an den Landkreis gewendet und angeboten, ihre Linie 9608 am Wochenende mit zwei zusätzlichen Bussen aufzustocken. „Nachdem der Halbstundentakt nur in den Sommermonaten umgesetzt werden soll, könnte die Maßnahme bereits am 4. Juni beginnen“, berichtete Matthias Schmid, der am Landratsamt für den ÖPNV zuständig ist. Im verabschiedeten Nahverkehrsplan hat „die Tourismuslinie Priorität eins“, erklärte er.

Deshalb wurde bereits die notwendige Infrastruktur mit dem Bau eines Ausweichparkplatzes am Südufer des Walchensees geschaffen. Der Parkplatz in Einsiedl war notwendig, damit dort die Busse zur Hin- und Rückfahrt wenden können. Auch deshalb, weil sich der Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen vorerst nicht an der Taktverdichtung beteiligt, wie Schmid weiter berichtete.

Taktverdichtung der Busse verringert Staus

Weil der ÖPNV-Ausbau insbesondere in den Sommermonaten eine Entlastung zum Ausflugsverkehr bietet, befürwortete der Kreis-Umweltausschuss die zusätzlichen Fahrten. Georg Riesch (FW) fragte dennoch nach, „ob die Taktverdichtung“ mit Blick auf die Staugefahr an Wochenenden überhaupt etwas bringe. Schmid entgegnete: „Ja, wenn mehrere Personen mit dem Bus fahren anstatt dem Auto.“ Letztendlich sei dies auch die Idee hinter dem ÖPNV-Ausbau.

Michael Häsch (CSU) wollte dagegen von Schmid Wissen, wie die Linie angenommen wird. „Bei schlechtem Wetter eher weniger“, allerdings sei bei schönem Wetter das Potenzial für zusätzliche Busse vorhanden, beantwortete der ÖPNV-Experte.

Die Kosten für dieses Jahr betragen 65.000 Euro. Für 2023 könne die RVO jedoch noch keinen Preis beziffern – „da die aktuellen politischen Ereignisse Auswirkungen auf den Dieselpreis haben“, heißt es in dem Schreiben ans Landratsamt. Die Sprit-Preise bedrohen daher die Verkehrsbetriebe (siehe Kasten links).

Einigen Kreisräten bereiteten dies Sorge, dennoch stimmten sie mehrheitlich für die Taktverdichtung der Linie 9608, die bis Ende Oktober im Einsatz sein wird. Dagegen stimmten Franz Schöttl, Anton Ortlieb und Lydia Hofherr (CSU).

Auch interessant

Kommentare