Der Ruf des Kuckucks

Naturfreunde können bei Mitmach-Aktion den ersten Kuckuck-Ruf an den LBV melden

Ein Kuckuck-Weibchen
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Das Kuckuck-Weibchen: auf der Suche nach Wirtsvögeln, die deren Eier ausbrüten.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Landkreis – Wenn der markante Ruf des Kuckucks erklingt, ist der Frühling in Bayern bereits im vollem Gange. Die ersten der Vögel sind bereits wieder im Freistaat zu hören.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ruft zum 14. Mal alle Menschen in Bayern dazu auf, ihren ersten rufenden Kuckuck des Jahres zu melden. „Wir wollen mit Hilfe der gesammelten Daten herausfinden, ob sich die Ankunftszeit des Kuckucks langfristig verändert, etwa als Anpassung an den Klimawandel“, erklärt die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Da der Kuckuck-Bestand in Deutschland leicht abnimmt, sucht der LBV nach Ursachen. Jeder kann an dem Forschungsprojekt teilnehmen und Daten auf www.lbv.de unter der Rubrik Kuckuck melden – wann und wo der erste Kuckuck gehört wurde. Auf der Live-Karte können Interessierte außerdem die Ankunft des Kuckucks in Bayern mitverfolgen.

Damit das Bürgerforschungsprojekt zur Ankunft der Zugvögel auch dieses Jahr viele aufschlussreiche Daten erhält, rät Nelson: „Jetzt beim Spazierengehen die Ohren spitzen und gleich den ersten Kuckuck dem LBV melden.“

Großer Ansturm

Die ersten Kuckucke für 2021 wurden bereits dem LBV gemeldet, und zwar am 1. April östlich des Chiemsee in Oberbayern. Mit einem großen Kuckuck-Ansturm ist in den kommenden Wochen zu rechnen: „Im Jahresvergleich von 2008 bis 2020 zeigt sich, dass bis auf einzelne Ausnahmen die Mehrheit der Kuckuck-Meldungen in der zweiten Aprilhälfte eingegangen sind“, so Nelson. „Kuckucke rufen vor allem bei gutem Wetter. Deshalb können Schwankungen in den Daten auch witterungsbedingt sein,“ so die LBV-Biologin weiter. Übrigens: Der Kuckuck ruft nicht unbedingt aus dem Wald, wie es das Kinderlied vermuten lässt. Denn er bevorzugt einzelne Sitzwarten in Flussniederungen sowie Moore und Heiden als Lebensraum. Dort findet er auch seine Wirtsvögel, wie Teich- und Sumpfrohrsänger, in deren Nester das Kuckuck-Weibchen die eigenen Eier ablegt und von den anderen Vögeln ausbrüten lässt. Das Brutverhalten des Kuckucks wird auch Brutparasitismus genannt.

Beim Erkennen des Kuckuckrufs ist Achtsamkeit erforderlich, denn hier besteht Verwechslungsgefahr mit einer anderen Vogelart. „Der kurze, prägnante Kuckuck-Ruf kann manchmal mit dem ähnlich klingenden, langgezogenen Balzruf der Türkentaube verwechselt werden“, sagt die LBV-Artenschützerin. Wer sich nicht sicher ist, ob der gehörte Ruf vom Kuckuck oder der Taube stammt, kann auf der LBV-Webseite den „Ruf-Check“ mit Hörbeispielen machen unter www.lbv.de/kuckuck.

Bestand ist rückläufig

Der Bestand des Kuckucks ist deutschlandweit rückläufig. Mit der Sammlung langjähriger Datenreihen zur Kuckucksankunft im Brutgebiet möchte der LBV untersuchen, inwieweit der Klimawandel für Bestandsentwicklungen mitverantwortlich ist. Denn einige Wirtsvögel des Brutparasiten, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren früher in ihre Brutgebiete zurück. Für die erfolgreiche Fortpflanzung muss sich der Kuckuck aber genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abstimmen.

Zu Fragen rund um den Kuckuck und allen weiteren Themen, die Vögel, Wildtiere und Garten betreffen, bietet der bayerische Naturschutzverband ab sofort kostenlose Beratung am LBV-Naturtelefon an unter Tel: 09174/4775-5000.

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