Aus für Bratwurst und Glühwein

Neue Corona-Verschärfungen lassen kein Mini-Christkindlmarkt mehr zu

Vorerst kein Schlendern mehr mit Glühwein. Die Verkaufsstände auf der Tölzer Marktstraße sind wieder geschlossen.
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Vorerst kein Schlendern mehr mit Glühwein. Die Verkaufsstände auf der Tölzer Marktstraße sind wieder geschlossen.

Bad Tölz – Seit Mittwoch sind die fünf Christkindl-Buden auf der Tölzer Marktstraße wieder geschlossen – eine Reaktion der Stadt Bad Tölz auf die verschärften Corona- Maßnahmen.

Die Standbetreiber können die Entscheidung nachvollziehen, sind aber enttäuscht.

Am Montag kam die Hiobsbotschaft für die Standbetreiber. Bürgermeister Ingo Mehner bedaure die Schließung, sehe aber keinen Handlungsspielraum. Laut Mehner war die Meinung über die Öffnung der Verkaufsstände geteilt.

Die fünf Christkindlbuden in der Marktstraße boten seit dem ersten Advent Bratwurst, Glühwein, Crêpes und Flammlachs zum Mitnehmen an. Die Entscheidung, dass die Stände coronabedingt nach so kurzer Zeit wieder schließen müssen, wurde unterschiedlich aufgenommen.

Sicht der Verkäufer

Ute Wagner Geschäftsführerin der Tölzer Kneipe „Click“ und Budenbetreiberein desselbigen Glühweinstands bezweifelt zwar, dass sich die Menge an Menschen auf der Marktstraße dadurch reduzieren wird, kann den Entschluss der Stadt aber nachvollziehen. „Wir hätten immer schon um sechs zugemacht“, so Wagner. „Dann wäre der Auflauf abends nicht so extrem gewesen“. Dieser Vorschlag wurde von Seiten der Stadt jedoch abgelehnt. Vor allem abends, zwischen halb sechs und halb sieben wäre viel los gewesen. Die Besucher tummelten sich sogar an den Mülltonnen um ihre to-go-Verzehrmittel zu konsumieren.

Unbedingt überrascht ist die 59-jährige Standbetreiberin nicht: „Gewusst habe ich es schon am Sonntagnachmittag, als ich den Fernseher angemacht habe. Die Hoffnung war zur Hälfte da, dass wir bis zum 24. Dezember unseren Stand betreiben können. Aber es waren einfach zu viele Leute unterwegs“.

Franz Erhart vom Sport Stüberl freute sich zunächst, dass mit den wenigen Christkindlständen doch ein bisschen Normalität zurückkehrte. Das abrupte Ende war seiner Meinung nach allerdings eine gute Entscheidung von Ministerpräsident Markus Söder. „Dass es so schnell gegangen ist, hat keiner gewusst. Aber es ist richtig. Die Zahlen gehen ja nach oben“, betonte Erhart.

Viele Händler und Passanten waren erfreut und benutzten das to-go-Angebot sehr verantwortungsvoll. Wie Bürgermeister Mehner aber mitteilt, gab es jedoch andere, die sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Abschließend appelliert der Rathauschef an die Tölzer: „Bitte halten Sie sich an die Abstandsregeln und die Beschränkung der Kontakte auf maximal fünf Personen aus zwei Hausständen. Gemeinsam können wir so dazu beitragen, die Ansteckungszahlen zu reduzieren“.

Offen bleiben nur die zwei Verpackungshütten auf der Marktstraße. Eingekaufte Präsente können dort direkt verpackt werden. Der Grund ist bekannt: damit sich nicht zu viele Kunden in den Geschäften aufhalten. Viktoria Gray

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