100 neue Wohnungen für Geretsried II

Der Charme einer Kaserne: Die BG-Blöcke an der Sudetenstraße verschwinden im Herbst zugunsten mehrerer Neubauten.

Die letzten 33 Mieter sind ausquartiert, im Herbst rollen die Bagger mit Abrissbirne an: Die Wohnsiedlung der Baugenossenschaft an der Sudetenstraße, nahe dem „Stern“, wird dann dem Erdboden gleich gemacht, um Platz zu schaffen, für das wohl größe Bauprojekt der „BG“: 100 Wohnungen sollen dort entstehen, aufgeteilt auf vier Baukörper.

Dem Entwicklungs- und Planungsausschus (EPA) gefiel das von BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig vorgestellte Planungskonzept durchaus. Kern der Planung sind drei Gebäudeblöcke, die entlang der Sudetenstraße angeordnet werden – vergleichbar mit einem sich zur Straße öffnenden „U“, das in seiner Freifläche 143 Kundenparkplätzen Platz gibt. Die sind nötig für die Geschäfte, die in die Planungen integriert sind. Denn die Baugenossenschaft folgt der Vorgabe, die auch der Flächennutzungsplan vorgibt: Einzelhandel im Erdgeschoß. So soll im nördlichsten Block der Anlage ein Lebensmittelladen einziehen. Und im südlicheren Teil des „Us“ ein Discounter. Damit soll die Nahversorgung für die Bevölkerung von Geretsried II sicher gestellt werden. Kleiner strukturierte erdgeschoßige Flächen sind etwa einer Drogerie vorbehalten, ferner einem Café, einem Friseur oder eiem Schlüsseldienst. Im Untergrund ist eine Tiefgarage mit 130 Stellplätzen für die über den Gebäudekomplexen entstehenden Wohnungen vorgesehen. Damit diese auch angenommen werden, steuert ein Aufzug von den Obergeschoßen eben auch die Tiefgarage an. „Ideal, um Einkäufe in die Wohnungen zu bringen“, stellte Selig fest. Kernpunkt der Planung sind zweifelsfrei die 100 Wohnungen, die Ersatz für die derzeit 60 Wohnungen bieten sollen. Die neuen Appartements werden barrierefrei gebaut, eine Verpflichtung gegenüber der demographischen Entwicklung, sprich der fortschreitenden Überalterung. Laut Michael Schlenz vom Bauamt sei das Bebauungskonzept für dieses Areal „absolut schlüssig“. So gehe die Höhenentwicklung (zwei bis drei Vollgeschoße) aber auch die Anordnung der ladenflächen konform mit den Vorgaben und dem Einzelhandelskonzept. Die Regierung von Oberbayern habe in einem Vorgespräch keine Bedenken geäußert, so dass einem vereinfachten Raumordnungskonzept nichts entgegen stehe. Dies könne, so Schlenz weiter, parallel zum Bebauungsplanverfahren laufen. Grundsätzlich positive Rückmeldungen gab es seitens des Stadtrates. Dennoch hatte Franz Wirtensohn etwa leichte Bauchscherzen bezüglich der „zu dichten Bebauung. „Da wurde zu viel herausgeholt.“ Und der Seniorenreferentin Sabine Gus-Mayer (CSU) fehlen in den Plänen noch Sozialräume. „Am Johannisplatz rüsten wir das Quartier eigens auf, hier sollte das von vornherein verwirklicht werden.“ Kerstin Halba störte sich am zu zentral platzierten Parkplatz: Der sollte ihrer Meinung eher zur Breslauer Straße rutschen. Dem gab Stadtarchitekt Christian Müller eine Abfuhr. Auch er habe zunächst Bedenken gehabt. Doch sei diese Anordnung städtebaulich richtig gemacht. Die Höhenentwicklung stimme absolut. Zudem sei die Begrünung der Flachdächer vorbildlich. Müller: „Ein insgesamt gelungener Entwurf.“ Karin Schmid (CSU) fürchtet zu viel Lärm für die Anwohner, etwa durch Lieferverkehr für die Nahversorger. Doch laut Selig sei die Anlieferzeit auf 6 bis 8 Uhr festgelegt und damit vertretbar. Das sah letztendlich auch der EPA so. Er billigte einstimmig den Planungsentwuf.

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