Neuer Anlauf zum Baumschutz

Dieses Bild will Volker Witte nicht mehr hinnehmen: „Ich kämpfe um jeden Baum.“ Fotos: Fastner

Volker Witte ist entsetzt, wenn er derzeit auf die nun ausgeholzte Fläche entlang der B11 blickt. Ein Wurzelstock reiht sich an den anderen. Bäume stapeln sich in der Horizontalen am Straßenrand, warten auf den Abtransport. Ein Kahlschlag. Grund genug für Witte, über einen neuerlichen Anlauf zur Baumschutzverordnung nachzudenken. „Diese Vorschrift steht auf der Agenda“, sagt er.

Kräftig knattern derzeit die Kettensägen. Bagger graben sich metertiefe Schneisen. Ein Baum nach dem anderen knickt um. Nach der Ausholzung im Zuge der Verlegung des Schwaigwaller Baches mussten nun auch die Bäume auf dem B11-Lärmschutzwall in Höhe des Gutes Buchberg weichen. Nur alle zehn Meter steht dort noch ein Baum. „Bei der Ausholzung sind wir irregeführt worden“, moniert Witte. „Es wurde versprochen, behutsam auszuholzen.“ Davon könne nun wahrlich keine Rede sein. „Die Verantwortlichen gehen nach dem Rasenmäherprinzip vor.“ Und weitere Ausholzungen drohen: Die Firma Tyczka erweitert ihr Betriebsgelände. Das Geretsrieder Hallenbad wird gebaut. All diese Maßnahmen kosten vor allem eines: Bäume. Energisch weist der städtische Umweltreferent Witte deshalb Sitzung für Sitzung auf die Notwendigkeit des Erhalts von Bäumen hin. „Ich werde weiter für jeden Baum kämpfen“, betont der Grünen-Stadtrat. Immerhin, die Buche an der Jahnstraße steht noch. Die könne ein Mahnmal sein. Bereits im April 2008 wollten die Geretsrieder Grünen mittels Baumschutzverordnung Hölzer vor der Kettensäge bewahren, beziehungsweise Grundstückseigner im Falle einer Fällung zu einer Ersatzpflanzung verpflichten. Inken Domany vom Umweltamt kalkulierte damals anhand von Referenzwerten aus anderen Städten. Domany errechnete damals, dass die Umsetzung der Verordnung mit einem Zeitaufwand von zehn Wochenstunden („Viertel-Stelle“) verbunden ist. Und die entstehenden Kosten sind das Problem. Ob der finanziellen Situation der Stadt „stehen die Chancen eine Baumschutzverordnung durchzubringen derzeit schlecht“, sagt Witte. Eine Viertel-Stelle werde derzeit sicher nicht eingerichtet. Doch Witte will auch in Zeiten angespannter Kassen nicht locker lassen. Er kündigt an, den Vorstoß von 2008 abermals aufzunehmen. Wenngleich er einräumt, dass es dazu noch etwas Vorlauf braucht – die Chancen pro Baumschutzverordnung stehen nicht unbedingt schlecht. Denn 2008 unterlagen die Grünen im Stadtrat mit 16:12 Stimmen. Witte sieht sich vor allem durch eines in seinem Vorhaben bekräftigt: „Unzählige E-Mails aufgebrachter Bürger erreichen mich mit jedem umgesägten Baum.“ rf

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