Entlastung der Fußgängerzone

Neuer Kreisverkehr an der Tölzer Isarbrücke soll Platz für Radfahrer schaffen 

Der Bereich zwischen Marktstraße und Isarbrücke in Bad Tölz
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Zwischen Marktstraße und Isarbrücke soll es einen zweiten Kreisverkehr analog zu dem am Amortplatz geben. Fußgänger sollen Querungshilfen erhalten.

Bad Tölz – Zwischen der Isarbrücke und dem Eingang zur Fußgängerzone Marktstraße in Bad Tölz soll ein Kreisverkehr entstehen. Dies haben die Stadträte im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss grundsätzlich beschlossen.

Der neue Kreisel soll ein Pendant zu dem am Amortplatz auf der anderen Brückenseite sein: Die Insel in der Mitte besteht aus Pflastersteinen, damit auch Busse und Lastwagen darüberfahren können. Die Fußgänger bekommen drei Querungshilfen an den Seitenarmen auf der Säggasse, dem Kapellengasteig und der Isarbrücke. Dort fällt eine Fahrspur Richtung Marktstraße weg, dafür gibt es zwei Streifen für Radler. Die Kosten werden aktuell auf 250.000 Euro geschätzt.

Schon Ende 2019 hatte der Bauausschuss über einen neuen Mini-Kreisverkehr am nördlichen Brückenkopf debattiert, nachdem Stadtrat Franz Mayer-Schwendner (Grüne) und die damalige SPD-Stadträtin Camilla Plöckl den Antrag gestellt hatten, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg auf der Isarbrücke auszuweisen.

Damals erhielt ein Verkehrsplanungsbüro den Auftrag, die Umgestaltung der Kreuzung zu untersuchen, auf der Ampeln bislang den Verkehr regeln. Dazu zählten Fachleute am 2. Juli vorigen Jahres von morgens bis abends Autos, Radfahrer und Fußgänger. In den zwölf Stunden nutzten neben Autos, Lkw und Bussen etwa 4.000 Passanten und 422 Radler die Kreuzung. Auf Basis dieser Daten kam das Büro zum Schluss, dass ein Mini-Kreisel mit 18 Metern Durchmesser, fünf Meter breiter Fahrbahn und einer inneren Insel von acht Metern Durchmesser die Situation für Autofahrer und Fußgänger verbessern würde.

Alexander Schindler vom städtischen Ordnungsamt wies in der Sitzung darauf hin, dass auch der Lieferverkehr zur Fußgängerzone „deutlich verbessert“ werde, etwa während der Märkte. Angesichts der wachsenden Zahl an Fahrzeugen wäre eine Ampelregelung künftig kaum mehr ausreichend. Schon jetzt sei der Verkehrsfluss „vor allem aus der Säggasse zäh“. Bei der Computer-Simulation des Kreisverkehrs durch das Bochumer Büro zeige sich hingegen „kein Rückstau in die Säggasse hinein“, so Schindler.

René Mühlberger (CSU) ist überzeugt, dass die Stadt am Eingang zur Fußgängerzone durch den Kreisel gewinnt. Und wenn viele Besucher zu den Märkten unterwegs seien, müsse man sich „möglicherweise ergänzend noch etwas überlegen“. Anton Mayer (CSU) vermisste dagegen einen Ansatz für die Planungskosten im aktuellen Haushalt. Auch wenn der Kreisel erst in drei, vier Jahren gebaut werde, müssten die Ausgaben abgedeckt sein. Von einer „guten und erfolgversprechenden Maßnahme“ sprach Grünen-Stadtrat Mayer-Schwendner: „Schön, dass es jetzt vorwärts geht.“ Eine eigene Bucht am Eingang zur Marktstraße wünschte sich zudem Taxifahrer Johannes Gundermann: „Damit die Möglichkeit besteht, jemanden dort aussteigen zu lassen.“

Karsten Bauer (CSU) erkundigte sich nach den Kosten. Hier verwies Schindler darauf, dass die Ampel an der Brücke sicher noch zehn Jahre „durchhalte“, anders sei es mit der an der Kreuzung Hindenburg-/Wachterstraße, die ebenfalls zum Kreisverkehr werden soll, aber auf der Prioritätenliste derzeit nicht ganz oben steht. Prinzipiell kostet eine neue Ampel 100.000 bis 150.000 Euro. Schindler erinnerte daran, dass man die Zufahrt zum Parkplatz Kolbergarten nicht einfach sperren könne, dies sei 1990 bei einem gerichtlichen Vergleich mit den Osterleitenanliegern so beschlossen worden. Über die weitere Entwicklung entscheidet nun abschließend der Stadtrat.

Karl Bock

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