Neuer Selbstbedienungsterminal am Einwohnermeldeamt

In fünfzehn Minuten zum Pass

+
In wenigen Klicks zum Personalausweis: Bürgermeister Josef Janker (l.) testet zusammen mit Wolfgang Steger (Leiter des Standesamtes) den neuen Selbstbedienungsterminal im Tölzer Einwohnermeldeamt, um sich einen Pass anfertigen zu lassen. 

Bad Tölz – Zur Verbesserung der Servicequalität im Einwohnermeldeamt holt sich die Stadt Bad Tölz einen Terminal ins Rathaus. Dort können Bürger nun selbst in wenigen Minuten einen Personalausweis oder Reisepass (auch einen Vorläufigen) beantragen – das Gerät ist vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik zertifiziert. Bürgermeister Josef Janker hat nun als erster den Selbstbedienungsterminal benutzt.

Als Rathaus-Chef hat man bekanntlich wenig Zeit. Da kam es Josef Janker mehr als gelegen, gleich selbst das neuen Selbstbedienungsterminal im Tölzer Einwohnermeldeamt auszuprobieren. Denn dieses erstellt in wenigen Minuten biometrische Passbilder. Außerdem nimmt die Maschine Fingerabdrücke ab und scannt die Unterschrift des Pass-Antragstellers. Bei Janker sind Reisepass und Personalausweis kurz vor der Verjährungsfrist – Zeit neue zu anzufordern.

Janker positioniert sich daher vor dem Bildschirm und lächelt. Es blitzt und kurz darauf flimmert über den Monitor dreimal sein abfotografierter Kopf. Aber der Computer kreuzt alle drei Gesichtsbilder aus. „Weil der Mund offen war“, erklärt Wolfgang Steger, Leiter des Standesamtes. Neuer Versuch. Für ein biometrisches Passbild sind nämlich neutraler Gesichtsausdruck und geschlossener Mund Pflicht.

Danach ist der Finger dran. Zuerst lässt Janker seinen rechten, dann seinen linken Zeigefinger scannen. Zum Schluss noch eine Unterschrift auf das am Terminal installierte Pad gekritzelt. Fertig. „Die Daten sind jetzt gespeichert und werden über eine Sicherheitsleitung verschlüsselt zur Sachbearbeiterin zugeleitet“, erklärt Steger.

Heute heißt die Sachbearbeiterin Simone Niggl im Büro gleich gegenüber des Selbstbedienungsterminals. Zur Sicherheit muss Janker auch bei Ihr noch einmal seine beiden Zeigefinger scannen lassen. „Damit auch niemand betrügen kann“, betont Steger. Ebenso werden aufgrund des Datenschutzes, die Daten nach zwei Wochen gelöscht. Bedeutet aber auch: der Bürger hat, nachdem das Foto und die Fingerabdrücke gemacht wurden, nur vierzehn Tage Zeit seinen Pass bei der Sachbearbeiterin anfertigen zu lassen.

Janker hat jetzt erst mal alles erledigt. Zahlen muss er für Reisepass und Personalausweis insgesamt 93,80 Euro, davon sind fünf Euro für das Foto mit eingerechnet. Alles in allem hat es insgesamt fünfzehn Minuten gedauert.

Wenn die beiden neuen Ausweise da sind, wird Janker darüber berichtet. Dazu bekommt er jetzt schon seinen persönlichen QR-Code mit nach Hause. Diesen kann er mit seinem Mobiltelefon scannen. Denn die Ausweise besitzen seit 2010 eine Online-Funktion. Damit die Ausweisdaten übermittelt werden können, bekommt der Besitzer eine Brief mit einem persönlichen Code. Damit sich der Besitzer im Internet oder an Automaten elektronisch ausweisen.

„Das ist Bürgerservice“, lobt Janker die neue technische Einrichtung am Tölzer Einwohnermeldeamt. Insgesamt habe die Anschaffung rund 22.000 Euro gekostet, berichtet Steger. Janker ist indes froh über die schnelle Abwicklung vor Ort. „Früher musste man zum Fotografen laufen“, erzählt er. „Und wenn das Foto dann nicht gepasst hatte, musste man wieder zu ihm hin.“

Diese Schritte können Tölzer Bürger zukünftig dank des Selbstbedienungsterminals überspringen. „Die Qualität stimmt und die Abwicklung ist schnell“, lobt Janker. Für den Bürgermeister ist das Service am Bürger.Daniel Wegscheider

Auch interessant

Meistgelesen

Veranstaltungswirtschaft weist mit Illuminierungs-Aktionen auf dramatische Lage nach Corona hin
Veranstaltungswirtschaft weist mit Illuminierungs-Aktionen auf dramatische Lage nach Corona hin
Das Klimasparbuch Oberland 2020 ist erschienen – Print und Online
Das Klimasparbuch Oberland 2020 ist erschienen – Print und Online
Rahmenplan zur Nordseite des Karl-Lederer-Platzes stößt auf Widerspruch
Rahmenplan zur Nordseite des Karl-Lederer-Platzes stößt auf Widerspruch
Eingeschränkter Besucherzahl, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen
Eingeschränkter Besucherzahl, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

Kommentare