Flinthöhe hat wohl Nase vorn

Neuer Standort für Josefistift: Stadtrat soll im Oktober entscheiden

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Vieles spricht dafür, dass das neue Josefistift der Stadt Bad Tölz auf diesem türkis markierten 7500 Quadratmeter großen Gelände an der General-Patton-Straße gebaut wird.

Bad Tölz – Am Dienstag, 22. Oktober, wird aller Voraussicht nach im Tölzer Stadtrat die Entscheidung fallen, an welchem Standort das neue Pflegeheim „Josefistift“ errichtet werden soll. Doch schon jetzt dürfte die Entscheidung gefallen sein. Zwar spricht fast gleich viel für die General-Patton-Straße (Flinthöhe) und die Arzbacher Straße, doch scheint der Platz an der Kreuzung nördlich der ehemaligen Flint-Kaserne favorisiert zu werden. Das konnte man bei der Sitzung am Dienstag heraushören, auch wenn es in einem Monat durchaus noch zu einer Kampfabstimmung kommen könnte.

Vor der Sommerpause hatte der Stadtrat als Entscheidungsgrundlage eine Standortanalyse in Auftrag gegeben, die Geschäftsleiter Falko Wiesenhütter am Dienstag vortrug. Demnach gibt es insgesamt sieben Standorte, auf denen ein neues Pflegeheim mit 120 Betten (alles Einzelzimmer) und zusätzlich acht Kurzeitpflegeplätzen denkbar wäre. Das sind der bisherige Standort in der Bahnhofstraße, die Arzbacher Straße, die Hindenburgstraße (Jugendcafé), die General-Patton-Straße, zwei Möglichkeiten am Oberen Griesfeld (Karwendelsiedlung) und die Stadtwaldstraße am Friedhof.

In einer sogenannten Bewertungsmatrix hatte Wiesenhütter Vor- und Nachteile möglichst objektiv dargestellt. So würde ein Neubau auf dem Bestandsgelände nur beim laufenden Betrieb möglich sein und daher große Kosten verursachen, während die stadteigenen Gelände an der Arzbacher Straße sowie auf der Flint-Höhe vor allem bei Lage, Anbindung und Verkehr sowie bei Planbarkeit und Errichtung oder bei den Kosten punkten. Letztlich ergibt sich ein kleines Plus für den Standort im Tölzer Osten, der natürlich in Zusammenhang mit dem Bau der Nordumgehung zu sehen ist. An der Arzbacher Straße würde man sich dagegen den Platz für ein Hotel oder andere touristische Nutzung verbauen.

Ein Hotel könne er sich durchaus auch auf der Flint-Höhe vorstellen, meinte dagegen 3. Bürgermeister Christoph Botzenhart (CSU), Franz Mayer (Grüne) blickt in die Zukunft und sah ebenfalls für diesem Stadtteil eine positive Entwicklung, während Jürgen Renner der Ansicht war, man sei innerhalb der SPD-Fraktion (noch) nicht einer Meinung. Während Sepp Steigenberger für die CSU-Fraktion verlauten ließ, man wäre heute durchaus bereit gewesen für die Abstimmung, schlug Camilla Plöckl (SPD) vergeblich ein Bürgervotum im Internet vor. Bürgermeister Josef Janker (CSU) plädierte dafür, die Fraktionen sollten das Für und Wider der einzelnen Standorte noch einmal abwägen und machte deutlich: „Das müssen schon die Stadträte entschieden.“ Als Entscheidungshilfe führte Wiesenhütter an, man solle schon die Einrichtungen der Altenpflege möglichst gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilen. Für die Arzbacher Straße spreche zwar die Nähe zur Asklepios-Klinik, sonst gebe es dort aber nur „wenig Infrastruktur“. Da sich auch das aktuelle Personal des Josefistifts für den Standort Flint-Höhe ausgesprochen hat, dürfte das neue Haus dort errichtet werden. Bis dahin sollte auch die seit Jahren angedachte Nordumfahrung realisiert werden, denn Kämmerer Hermann Forster meinte: „Das Haus steht auch nicht innerhalb von vier Jahren.“ bo

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