Umstrukturierungen auch bei Berufsschule unumgänglich

Neuer Zweig für Tölzer FOS

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Holzbearbeitung – auch das ein Fach im Zweig Gestaltung, den es vielleicht schon bald an der Tölzer Fachoberschule gibt.

Landkreis – An der FOS/BOS Bad Tölz soll nach Informationen des Gelben Blattes der Ausbildungszweig Gestaltung/Kunst angesiedelt werden – auch um den Schulstandort weiter zu sichern.

Die Bildungslandschaft ist ordentlich in Bewegung – auch im Landkreis. So wechselt der Ausbildungszweig Hauswirtschaft an der Berufsschule nach Miesbach. Dafür kommen einige Berufsschüler des Zweigs Bürokaufleute von München nach Wolfratshausen. Dass an der FOS/BOS Bad Tölz ein neuer Zweig eingerichtet werden soll, geht laut Herbert Kommnick, dem Leiter des für Schulen zuständigen Hauptamtes am Landratsamt, auf den Umstand zurück, dass in Holzkirchen die neue Fachoberschule entsteht. Nach Eröffnung, so die Mutmaßung, könnten einige Schüler in Bad Tölz entfallen. Deshalb die Gegenmaßnahme, dort neue Zweige anzusiedeln. „Zumindest mittelfristig sollte das geschehen“, schätzt Kommnick. FOS-Schulleiterin Maria-Anna Grimm wollte gegenüber unserer Zeitung keine Stellung beziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne sie noch nichts dazu sagen, ließ sie ausrichten. Allerdings steht sie bereits in enger Abstimmung mit dem Landratsamt. Muss sie auch, da für den neuen Gestaltungszweig wohl Umbauten erforderlich wären – und für die ist nun einmal der Landkreis als Sachaufwandsträger zuständig. 40.000 bis 50.000 Euro sind da für den Start schnell zusammen, war zu erfahren.

Vor über zehn Jahren beschloss der Bayerische Landtag die Gründung so genannter Kompetenzzentren. Dabei sollten Ausbildungsberufe an Berufsschulen gebündelt werden, um Ressourcen einzusparen, die Effektivität in der Ausbildung zu steigern und vor allem eine kontinuierliche Klassenbildung garantieren. Inzwischen steht wieder eine Welle an Neuerungen samt Verschiebungen einzelner Berufsfelder an. Und auch an der FOS/BOS gibt es Neuerungen. Der Ausbildungszweig Hauswirtschaft etwa wird gänzlich an den Standort Miesbach verlagert. Nicht ganz überraschend, wie Josef Bichler, der Leiter der Berufsschule Bad Tölz mitteilt. Denn in Bad Tölz sei ohnehin nur mehr eine Klasse mit 23 Schülern beschult worden, die nun in der Miesbacher Berufsfachschule untergekommen sind. Anderseits werden bereits einige Bürokaufleute aus dem südlichen Landkreis München in Wolfratshausen beschult, Schüler aus Baierbrunn und Pullach etwa, wie Bichler informierte. Allerdings steht auch hier eine Neuordnung an, denn es wird im Bereich Bürokommunikation einen völlig neuen Berufszweig geben. Bichler führt diese Verschiebungen auf allgemeine Trends zurück. Hauswirtschaft sei eben heute nicht mehr so gefragt, wie noch früher, betont der Schulleiter. Die Konsequenz: „Wir haben da kaum mehr Zulauf gehabt.“ Und Bichler betont, dass man auf diese Trends keinerlei Einflussmöglichkeiten habe. Insgesamt hielt er aber auch fest, dass die Standorte recht gut aufgestellt seien. Auch die Schülerzahlen seien gestiegen: 2010/11 waren es 1.838 Schüler, 2011/12 etwa 1.900 Schüler. Bichlers Fazit: „Die Berufsschule Bad Tölz mit ihren Außenstandorten ist nicht gefährdet.“ Kopfzerbrechen bereiten die bislang bekannten Umstrukturierung aber im Landratsamt. Denn für die jeweiligen Berufsfelder gilt es, die geeignete Infrastruktur bereit zu halten. Selbstredend, dass Kfz-Mechaniker andere Räumlichkeiten benötigen als etwa Bürokaufleute. Und eben auf diese Anforderungen muss die Kreisbehörde als Sachaufwandsträgerin reagieren. Hauptamtsleiter Herbert Kommnick etwa bestätigt, „dass viele Dinge in der Diskussion sind“. Das bezieht Kommnick nicht nur auf die Berufsschule, sondern auch auf die FOS/BOS. Dort könnte der Zweig „Gestaltung und Kunst“ angesiedelt werden. Der Grund: „Wenn die neue FOS in Holzkirchen auf Sendung geht, muss sich die Tölzer Schule etwas einfallen lassen.“ Damit meint Kommnick, dass mittelfristig andere Zweige aufgebaut werden könnten. Überlegungen in die Richtung seien schon recht konkret, „wir stimmen gerade die Rahmenbedingungen mit der Schulleitung ab“. Probeeinschreibungen seien bereits geplant, wie Kommnick ausführte. Danach gelte es, den Raumbedarf zu prüfen. Die Ansiedlung des „Kunst und Gestaltung“-Zweigs wird dann sicher noch Thema der politischen Kreisgremien. Denn um den neuen Zweig zu etablieren, gilt es Räume umzubauen – und dafür Mittel freizugeben. Noch keinen Bescheid gibt es laut Kommnick für die Berufsschulen. Nur so viel kann der Landratsamtsmitarbeiter sagen: „Wir wissen, das sich was tut.“ Thomas Kapfer-Arrington

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