Bilder und Anekdoten entstaubt

Neues Buch vorgestellt: „Bad Tölz - Rare Fotos, vergessene Geschchte(n) bis 1920“

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Rare Fotos und vergessene Geschichten bietet das 164 Seiten starke Buch „Bad Tölz“, das Kurier-Redakteur Christoph Schnitzer im Tölzer Stadtmuseum vorgestellt hat. Es ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Auf dem Foto (v.l.) Christoph Schnitzer und seine Co-Autoren Gisbert Pohl, Grafikerin Dagmar Rogge, Sebastian Lindmeyr und Martin Hake.

Bad Tölz – „Tölz ist reich an Geschichte, aber arm an Publikationen darüber“, so Claus Janßen, Vorsitzender des Historischen Vereins, bei der Präsentation des neuen Buches „Bad Tölz - Rare Fotos, vergessene Geschchte(n) bis 1920“ am Mittwochabend im Tölzer Stadtmuseum. Einiges vom Reichtum der Tölzer Geschichte(n) hat das 164 Seiten starke Werk von Kurier-Redakteur Christoph Schnitzer nun aber zutage gefördert, denn der Autor hat sich nicht darauf beschränkt, bei seiner neuesten Publikationen historische Bilder und Fotografien in einen Bildband zu packen, sondern die Geschichte(n) hinter den Abbildungen zu erzählen.

Und wer Christoph Schnitzer, der bereits ein Reihe von Büchern herausgegeben hat, kennt, der weiß, dass er nicht so schnell aufgibt, wenn es darum geht, eine gute Story zu erzählen. Zur Seite standen ihm dabei Sebastian Lindmeyr vom Stadtarchiv, Gisbert Pohl, der aus seinem Schatz alter Postkarten vieles beisteuerte und Martin Hake, der sich in Bad Tölz in den letzten Jahren einen Namen als Thomas-Mann-Spezialist gemacht hat.

Der Literaturnobelpreisträger und seine Tölzer Zeit nahmen denn auch bei der Buchvorstellung im Historischen Sitzungssaal vor über 50 Gästen breiten Raum ein, schließlich ist es keine Selbstverständlichkeit, dass der Wahlmünchner vor dem 1. Weltkrieg ein Feriendomizil ausgerechnet im Kurort Tölz in der abgelegenen Heißstraße errichten ließ. Vielleicht lag‘s an der Eisenbahn, mit der man damals in zwei Stunden von der Großstadt an die Isar fahren konnte, was heutzutage manchmal auch nicht viel schneller geht.

290 Abbildungen sind auf die 164 Buchseiten verteilt, etliche davon in Farbe und sogar ein Luftbild wurde entdeckt, das vor dem 1. Weltkrieg aus einem Fesselballon aufgenommen worden ist, schließlich gab`s damals weder Helikopter noch Drohnen.

Wie Christoph Schnitzer bei der Vorstellung sagte, sei es ihm darauf angekommen, die historischen Fotos und Bilder in den zeitlichen Kontext zu stellen. Ausführliches Stöbern in den Archiven und den damaligen Zeitungen brachten manche Überraschungen an den Tag. Doch bleibt auch vieles trotz gründlicher Recherche offen. War nun die österreichische Kaiserin Sisi wirklich in Tölz oder „nur“ ihre Schwester, die hier sogar ein Haus kaufte? Wie war das mit dem Schriftsteller Karl May und hatte „Lady Chatterley“ wirklich erotische Abendteuer in einem Heustadel?

Wer‘s wissen will, der kann sich das von Grafikerin Dagmar Rogge liebevoll gestaltete Werk ab sofort im örtlichen Buchhandel, bei der Tourist Info im Stadtmuseum oder der Tankstelle Schnitzer besorgen. Es kostet 22,80 Euro und dürfte nicht eine beliebte Lektüre für „alte Tölzer“ werden. bo

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