Bahngespräch im Verkehrsministerium

Neufahrzeuge und Elektrifizierung sollen Qualität der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) verbessern

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Tagelanger Schneefall blockiert die Schienen der Bayerischen Oberlandbahn. Mitarbeiter schaufelten die Wege wieder frei.

Landkreis – Eis und Schnee legten die Bahn im Oberland Anfang dieses Jahres lahm: Aufgrund der massiven Winterprobleme im Januar auf dem Netz der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) fand auf Initiative von Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, Alexander Radwan (Mitarbeiter des Bundestags) und Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber ein Gespräch im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr statt. Mit dabei waren die Landräten, Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und Städten sowie Vertreter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), BOB (Betreiberin des Oberlandnetzes) sowie der DB AG.

Im Oberlandnetz waren die Fahrgäste im Januar 2019 untragbaren Zuständen ausgesetzt. Die Streckenabschnitte südlich von Holzkirchen waren insbesondere aufgrund mangelnder Schneeräumung tagelang komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar (wir berichteten). Darüber hinaus führten insbesondere mangelnde Fahrgastinformationen sowie ein unzureichendes Störfallmanagement zu berechtigtem Unmut der Fahrgäste.

Eingangs forderte Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart die Beteiligten dazu auf, alle Maßnahmen zu ergreifen, die sicherstellen, dass sich ein derartiges Winterchaos nicht mehr wiederholt: „Die Schiene muss auch im Winter ein Verkehrsmittel sein, auf das sich die Bürger verlassen können“. Im Anschluss stellten BEG, BOB und DB ein umfangreiches Maßnahmenpaket vor, das bereits begonnen und nun Schritt für Schritt abgearbeitet wird. Hierzu zählen auf Infrastrukturseite unter anderem die Erarbeitung streckenbezogener Räumkonzepte, eine bessere Qualifizierung des Personals des Winterdienstes sowie ein regelmäßiger präventiver Rückschnitt der Vegetation in Gleisnähe.

Seitens der BOB stehen insbesondere die Verbesserung des Störfallmanagements und der Fahrgastinformation im Mittelpunkt. Die Umsetzung beider Projekte erfolgt mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der BEG. Zahlreiche weitere Einzelmaßnahmen unter anderem in den Bereichen Fahrzeuge, Betrieb und Busnotverkehr runden das Maßnahmenpaket ab. Landtagspräsidentin Ilse Aigner zeigt sich zufrieden: „Das vorgestellte Maßnahmenpaket geht insgesamt in die richtige Richtung. Wichtig ist, dass alle Beteiligten die Themen jetzt konsequent vorantreiben und für eine schnellstmögliche Umsetzung sorgen.“

Neben der Lösung der Winterprobleme stand auch die zukünftige Erhöhung der Attraktivität und Qualität des Oberlandnetzes auf der Tagesordnung. Als erster Schritt werden ab Sommer 2020 die in die Jahre gekommenen Fahrzeuge der BOB sukzessive durch schadstoffarme Neufahrzeuge ersetzt und damit die Betriebsstabilität erhöht. In der Prüfung ist auch eine Erweiterung der Fahrzeugflotte, um – abhängig von den infrastrukturellen Voraussetzungen – insbesondere am Wochenende eine Verdichtung des Angebots zu den nachfragestarken Zeiten vornehmen zu können.

Zentrales Element für eine künftige Attraktivitätssteigerung im Bayerischen Oberland ist aber die Elektrifizierung aller Strecken südlich von Holzkirchen. Die Elektrifizierung ist ökologisch wie ökonomisch am günstigsten. Daher sollen die Vorplanungen für die Elektrifizierung nun zügig in die Wege geleitet werden. red

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