Wolfratshauser Trio sammelt Unterschriften zur Beteiligung

Bürgerbegehren zum Nordlandkreishallenbad startet

Wolfratshausen – Nun sollen die Bürger in Sachen Nordlandkreishallenbad selbst entscheiden. So zumindest die Ansicht von Hannah Necker, Fried-Thorsten Jantzen und Terke Stapf. Sie initiierten ein Bürgerbegehren.

Ziel der Initiatoren: Die Stadt Wolfratshausen soll sich finanziell an dem Bad in Geretsried beteiligen. Über 1.600 Stimmen von wahlberechtigten Wolfratshausern sind erforderlich, damit das Bürgerbegehren Erfolg hat. Die Unterschriftensammlung startete am Montag. Das Zeitfenster ist eng gestrickt. Denn im Februar soll der Kreistag über eine Beteiligung am Nordlandkreishallenbad befinden, Stand jetzt. Und davon ist auch die Beteiligung anderer Kommunen abhängig, geht es nach den Beschlüssen aus Münsing, Eurasburg oder Dietramszell. Am Montag wird der Gemeinderat Icking über eine Beteiligung diskutieren. Unklar, ob es auch dort eine Prämisse geben wird, dass eine Beteiligung unter der Bedingung eines Engagements durch den Landkreis steht. Wie Wolfratshausen hatte Icking in einer ersten Beratungsrunde vor einem Jahr eine Cofinanzierung abgelehnt, wenngleich da noch andere Zahlen auf dem Tisch waren. Und der jüngste Beschluss aus der Flößerstadt – vertagt auf kommendes Jahr. Die Frage des Bürgerbegehrens lautet nun: „Sind Sie der Meinung, dass die Stadt Wolfratshausen zusätzlichen Bedarf an wohnortnaher Hallenschwimmfläche für Kinder, Schüler, Familien, Senioren, Menschen mit Behinderung, Vereine und Rettungsdienste hat und sich deshalb am neuen Hallenbad in Geretsried beteiligen soll?“ Dies sei jetzt eine eindeutige Fragestellung die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann“, sagte Mitinitiator Fried-Thorsten Jantzen. Eben deshalb wurde die erste informelle Sammlung im Herbst mit über 1.200 Unterschriften „als rechtlich nicht verbindlich angesehen und von vielen Stadträten nicht beachtet“. Nun haben die Bürger erneut die Möglichkeit zu unterschreiben. Bürgermeister Helmut Forster betone jüngst bei der Monatsversammlung der Bürgervereinigung, dass der Flößerstadt das Recht zugestanden werden müsse, „frei über eine Beteiligung zu entscheiden“. Die Entwicklung mit dem Bürgerbegehren bezeichnete er als „dramatisch“. Sollte ein solches die Stadt tatsächlich zum Mitmachen „zwingen“, sei das mit Blick auf die finanzielle Situation „unverantwortlich“. Laut Forster würden wichtige Zuschüsse wegfallen, sollte sich der Kreistag für den Bau einer Dreifachturnhalle in Geretsried und gegen ein Schwimmbad entscheiden. Zudem sei unklar, was eine Beteiligung Wolfratshausens für künftige eigene Projekte bedeuten würde. „Es könnte sein, dass wir später kein Fördergeld für den Bau oder die Sanierung unserer eigenen Sportstätten bekommen, weil die Zuschüsse bereits in Geretsried verbaut worden sind“, so Forster. Das seien „Fakten, die geprüft werden müssten, keine Polemik“. Ralf Fastner

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