Nutzungsgebühren fürs Hallenbad

Vereine und Rettungsorganisationen müssen künftig zahlen

Immer noch eine Großbaustelle: Die Eröffnung des interkommunalen Hallenbads am Schulzentrum verschiebt sich auf den 1. März 2021.

Geretsried – Eine Kostenberechnung der Unternehmensberatung Altenburg legte Werner Rampfel in der jüngsten Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses vor. Um das Defizit auszugleichen, werden nun auch die Vereine zur Kasse gebeten.

Demnach rechnen die Stadtwerke mit jährlichen Betriebskosten in Höhe von 1,62 Millionen Euro. „Wir gehen davon aus, dass das neue interkommunale Hallenbad an 350 Tagen jeweils 14 Stunden geöffnet ist“, sagte Rampfel. Daraus ergebe sich, dass Geretsrieder Vereine für die Nutzung des kompletten Bads 360 Euro zahlen müssten. Für einzelne Bahnen beziehungsweise Becken würden Beträge zwischen 36 und 180 Euro fällig. Im Jugend- und Kulturausschuss erklärte Rampfel, dass die Stadt einen Teil der Kosten über eine Sportförderung erstatten will.

Über die Höhe der Zahlungen entbrannte eine kontroverse Debatte. So setzte sich Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) dafür ein, dass die Vereine wie bisher komplett von Nutzungsgebühren befreit bleiben. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat 2013 die Gebühren aufgehoben hat. Werners Antrag wurde jedoch von den anderen Gremiumsmitgliedern ebenso abgelehnt wie der Vorschlag von Peter Curtius (Grüne), der eine Stufenregelung anregte. Demnach sollte die Stadt zunächst den gesamten Förderungsbetrag übernehmen und erst in den nächsten Jahren die Gebühren erhöhen. Am Ende entschied sich der Ausschuss mit knapper Mehrheit für das von der Firma Altenburg empfohlene Modell, nach dem sich die Stadt zu 70 Prozent und die Vereine zu 30 Prozent an den Nutzungsgebühren beteiligen. Endgültig entschieden ist freilich noch nichts. So wurde zunächst einmal die Verwaltung beauftragt, eine Förderrichtline zu erarbeiten.

Danach geht die Debatte im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Stadtrat weiter. Bürgermeister Michael Müller (CSU) sieht die Nutzungsgebühren auch als wichtiges Steuerungselement. „Wenn alles kostenlos wäre, würden die Vereine Plätze überbuchen. Dann wird die Kapazität des Bades kollabieren“, prognostizierte er. Zudem gab Müller am Ende der Sitzung bekannt, dass sich die für das Jahresende vorgesehene Eröffnung des interkommunalen Bads auf den 1. März 2021 verschiebt. Ein Probebetrieb soll wahrscheinlich zwei Monate davor stattfinden.

Peter Herrmann

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