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Oase der Erholung für Demenzkranke und Angehörige auf dem Bauernhof in Rothenrain

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Von: Daniel Wegscheider

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Kreisbäuerin Ursula Fiechtner und ein Kalb
Inklusiver Bauernhof: Kreisbäuerin Ursula Fiechtner und ihre Kälber freuen sich auf Besucher. © Privat

Wackersberg – Beim neuen Angebot der Tölzer Caritas-Kontaktstelle Alt & Selbstständig können Demenzkranke und Angehörige bei Besuchen auf dem Bauernhof Kraft schöpfen.

Sie können körperbehinderten Kindern, psychisch erkrankten Menschen und von Demenz Betroffenen helfen: Tiere werden immer häufiger als Co-Therapeuten eingesetzt. Seit neuem bietet auch Kreisbäuerin Ursula Fiechtner auf ihrem Bauernhof in Rothenrain ein ähnliches Angebot an.

Es handelt sich dabei um ein Angebot der Tölzer Caritas-Kontaktstelle Alt & Selbstständig zusammen mit der Fachstelle für pflegende Angehörige sowie dem Seniorenbeirat. Auf dem Hof von Fiechtner können Demenzkranke und Angehörige einmal im Monat bei einem Besuch Kraft tanken.

Hasen, Katzen und Kälber: „Tiere fördern Emotionen“

Die Gäste bekommen dort selbst gebackenen Kuchen und können dann auf eine kleine tierische Erkundungstour gehen. Dabei können sie Kälber auf der Weide besuchen oder die Hasen und Hofkatzen streicheln. Es gibt auch ein Pferd, das extra zu den monatlichen Terminen vom Nachbarn vorbeigebracht wird.

„Der Kontakt zu den Tieren fördert die Emotionen“, berichtet Fiechtner. Dabei werde oftmals auch das Langzeitgedächtnis aktiviert, denn viele der Demenz-Betroffenen aus der Region sind im ländlichen Raum aufgewachsen und können sich plötzlich wieder an Erlebnisse mit Tieren aus ihrer Kindheit erinnern.

Auch Angehörige von Demenz-Patienten können sich auf dem Bauernhof erholen

Der Tag auf dem Bauernhof ist aber auch für die Angehörigen der Patienten gedacht. „In lockerer Atmosphäre beim Kaffee redet man leichter und kann sich gegenseitig mit Gleichgesinnten austauschen“, erklärt Fiechtner weiter. Außerdem sind Mitarbeiter der Caritas vor Ort, die beratend zur Seite stehen.

Aber auch auf die Gruppe aufpassen, damit sich die Angehörigen selbst entspannen können. Etwa bei einem Spaziergang auf dem Gelände um das landwirtschaftliche Anwesen. „Wir haben bei uns eine idyllische Lage“, betont Fiechtner: „Da ist es auch schön, wenn man einfach nur dasitzt und die Umgebung anschaut.“

„Inklusiver Bauernhof“: Eine Idee der Alzheimergesellschaft Lechrain

Mit „Inklusiver Bauernhof“ ist das Projekt überschrieben. Die Inspiration dazu lieferte eine BR-Sendung über eine ähnliche regelmäßige Aktion, die von der Alzheimergesellschaft Lechrain koordiniert wird. Als Kreisbäuerin kennt Fiechtner die daran teilgenommene Landwirtin und konnte sich mit ihr über das Projekt austauschen.

Doch bereits vorher hatte Fiechtner erste Erfahrungen gesammelt. 2005, wie sie berichtet, hatte sie einen Mieter, der im Haus Gartenberg in Geretsried als Sozialpädagoge arbeitete. Und einmal kam er mit einer kleinen Gruppe psychisch Erkrankter zur ihr auf den Hof, um die Tiere dort zu besuchen. „Das war eine super Sache.“

Jetzt soll der Besuch auf dem Bauernhof bei Fiechtner, wenn möglich regelmäßig, jeden zweiten Mittwoch im Monat stattfinden. Angedacht sind Gruppen mit bis zu 15 Personen. Den Initiatorinnen ist wichtig, dass die Nachmittage für die Teilnehmer kostenlos sind. Damit das dauerhaft möglich ist, seien Sponsoren willkommen.

Anmeldung

Der erste Besuch auf dem Bauernhof in Rothenrain (Gemeinde Wackersberg) ist am Mittwoch, 13. Juli, von 14 bis 16 Uhr geplant. Eine Anmeldung ist erforderlich. Interessierte wenden sich dazu an die Kontaktstelle Alt & Selbstständig, unter Tel: 08041/7 93 16-103, oder per E-Mail an CZ-Toel-Kontaktstelle@caritasmuenchen.de.

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