„Ein Lebtag ein Trachtler“

Oberlandler Gauverband trauert um Vize-Vorsitzenden Lorenz Rinshofer

Lorenz Rinshofer
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Lorenz Rinshofer (†).
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die traurige Nachricht machte die Trachtler des Oberlandes Gauverbandes, seines Heimatvereins Thalham-Gotzing, aber auch in ganz Bayern sprachlos: Der Vize-Gauvorsitzende Lorenz Rinshofer ist kurz vor seinem 66. Geburtstag verstorben.

„Viel zu früh musste er nun von uns gehen. Er schöpfte während seiner Krankheit immer wieder Hoffnung und kämpfte sich nach mehreren Rückschlägen wieder mit ganzer Kraft zurück – bis die Kraft nicht mehr reichte“, teilt Gauvorsitzender Hans Schwaiger in seinem Nachruf mit.

„Lenz“ Rinshofer, wie er von seine Freunden und Bekannten genannt wurde, als „Vollbluttrachtler“ zu bezeichnen, reiche bei weitem nicht aus, um sein Engagement im Trachtenverein in Worte zu fassen, so Schwaiger. Von Jugend an war Rinshofer in seinem Heimatverein Thalham-Gotzing (Kreis Miesbach) als Trachtler aktiv. Zuerst als Zweiter Fähnrich und später als Erster Vorplattler, übernahm Verantwortung im Verein und erreichte als aktiver Plattner auch bei den Wertungsplatteln der Gaugruppe Miesbach vordere Plätze. Sowohl beim Gruppenwertungsplatteln, aber auch beim Einzelplatteln. Dabei schaffte es er zusammen mit seiner damaligen Tanzpartnerin auf den ersten Platz.

Als Erster Vorsitzender des Trachtenvereins Thalham-Gotzing war ihm vor allem das Vereinsleben wichtig und bewies mit dem 80-jährigen Gründungsjubiläum, dass auch ein kleiner Verein ein großes Fest im Bierzelt stemmen könne. Schwaiger sagt: „Dies gelang ihm hervorragend durch sein Organisationstalent und die Motivation vieler Vereinsmitglieder und Freunde.“ Er habe im Verein immer den Zusammenhalt gestärkt. Als Attraktion für das Jubiläumsfest rief Rinshofer die „erste Oberbayerische Meisterschaft im Holzhacka“ ins Leben, die in den Folgejahren beim Schupfenfest beim Haidhuber fortgeführt und zum 100. Jährigen Jubiläum wiederholt wurde. Nach einem familiären Unglücksfall hörte Lenz 1996 schweren Herzens als Ester Vereinsvorstand auf und widmete seine ganze Kraft seinem älteren Sohn Gerhard. Trotz allem habe er dabei nie seinen Verein aus den Augen verloren.

In der Gaugruppe Miesbach war Lenz erst als Werter beim Gaupreisplatteln und als Zweiter Vorsitzender aktiv, bevor er dann als Erster Gaugruppenvorstand, die Verantwortung übernahm und dabei unter anderem die alljährlichen Jugendabende, Einzel- sowie Gruppenwertungsplatteln moderierte. Ab 2006 war Rinshofer Vize-Vorsitzender des Oberlandes Gauverbandes „und setzte sich bis zuletzt tatkräftig für die Trachtensache ein“, berichtet Schwaiger rückblickend weiter: „Im Verein, in der Gaugruppe und im Gauverband war der Lenz für seine humorvolle Art bekannt und geschätzt.“ Manche der aktiven Platter wissen das nur zu gut. So ließ Rinshofer diese oftmals vor Spannung fast platzen, wenn er bei der Verkündung der Ergebnisse beim Preisplatteln, die Spannung bis zum Bersten ausbaute. „Auch viele Jahre nach ihrer aktiven Plattlerzeit erinnern sich die Gruppen noch daran.“

Nachdem im Jahr 2008 die Miesbacher Tracht vom Deutschen Trachtenverband zur „Tracht des Jahres“ gewählt wurde, reiste Rinshofer mit seiner Frau Anneliese jedes Jahr im Mai zu einem anderen Ort in Deutschland und präsentierte bei diesen Veranstaltungen, als Vertreter des Bayerischen Trachtenverbandes, die Miesbacher Tracht.

„Rinshofer war immer ein geradliniger, aufrechter Vereinskamerad, der mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt“, betont Schwaiger. Zeitlebens habe er sich für die Erhaltung der Tracht und ein reges Vereinsleben eingesetzt. Und so sei er auch immer bei sämtlichen Veranstaltungen gerne mit dabei gewesen, organisierte und arbeitete mit und vergaß darüber hinaus nicht das gesellige Beisammen sein. „Ein Trachtler mit Leib und Seele! Ein Kommunalpolitiker mit Ecken und Kanten. Vor allem aber ein guter Kamerad in allen Vereinen und Verbänden, in denen er aktiv war. „Lenz hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur als Unterstützer, sondern vor allem als Mensch und Freund.

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