Hauptakteure: Ziegen und Esel

Öffentliche Führung zum Weideprojekt Isaraue: Alpenflusslandschaften – Vielfalt von Ammersee bis Zugspitze

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Projektverantwortlicher an der unteren Naturschutzbehörde, Joachim Kaschek (r.), auf der Koppel.

Landkreis/Lenggries – Auch heuer wollen das Landratsamt und der Isartalverein das Beweidungsprojekt zwischen Bad Tölz und südlicher Landkreisgrenze der interessierten Öffentlichkeit wieder vorstellen. Hierzu findet am Samstag, 1. August eine Führung (siehe Infokasten am Ende) statt. Diese wird Joachim Kaschek von der Unteren Naturschutzbehörde betreut und Projektleiter Markus Henning vom Maschinenring Wolfratshausen.

Mit dem Projekt sollen die arten- und blütenreichen Magerrasen der ehemalig fast vegetationsfreien Flusslandschaft erhalten werden. Die Hauptakteure, Ziegen und Esel, beweiden mittlerweile sechs Koppeln. Die vier nördlich gelegenen Koppeln, alle zwischen Bad Tölz und Fleck, werden von Landwirt Kaspar Fischer aus Gaißach betreut, die beiden südlichen von Landwirt Wilhelm Neuner aus Wallgau. Die Führung am Samstag findet auf der, nahe der Bretonenbrücke gelegenen Koppel statt.

Informationen zum Beweidungprojekt: Die Flächen an der Isar verbuschen aufgrund mangelnder Flussdynamik zunehmend, sodass man die früher ausgedehnten, mehr oder weniger vegetationsfreien, Kiesbänke kaum mehr erahnen könne, berichtet Projektleiter Markus Henning. Die ersten dauerhaft wirksamen Maßnahmen zur Regulierung der Isar haben bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts stattgefunden. „Mit der Beweidung soll das offene Landschaftsbild in Teilen wieder hergestellt werden und kleinwüchsige Arten, die im Schatten der Sträucher verschwinden, von der Beweidung profitieren.“

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprojektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Bayerischen Naturschutzfonds maßgeblich gefördert. Geplant: während des Projektzeitraums, der bis 2020 angesetzt ist, an der Isar zwischen Tölz und Vorderriß sechs Koppeln mit insgesamt 60 Hektar Weidefläche einzurichten. „Leider konnte dies nicht ganz realisiert werden wobei die erreichten knapp 50 Hektar und sechs Koppeln durchaus als Erfolg gewertet werden können“, sagt Henning.

Schon 2016 wurden mehrere Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet. Mit Hilfe dieser Flächen wird nach einigen Jahren über ein wissenschaftliches Monitoring der Erfolg der Beweidung ermittelt. Dabei liegen einige der Beobachtungsflächen innerhalb und einige außerhalb der Weiden.

Im Hotspot-Projekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ haben sich 18 Partner aus Naturschutz, Verwaltung, Wirtschaft und dem Sozialbereich zusammengeschlossen. Das Projekt wird mit rund 3,5 Millionen Euro im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. 700.000 Euro steuert der Bayerische Naturschutzfonds bei. dwe

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Die zweistündige kostenlose Führung „Alpenflusslandschaften – Vielfalt von Ammersee bis Zugspitze“ amSamstag, 1. August, um 10 Uhr findet bei jedem Wetter statt. Treffpunkt: Parkplatz nördlich der Bretonenbrücke, an der B 13; Fahrtrichtung Lenggries zum Sylvensteinspeichersee. Ausrüstung: wetterangepasste Kleidung und feste Schuhe. Weitere Informationen Online auf www.alpenflusslandschaften.de.

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