Offenbar Verhandlungen mit Betriebsrat / Hoefter hält sich bedeckt

Alpamare doch vor dem Aus?

Alpamare im Tölzer Badeteil
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Kämpft mit massivem Besucherrückgang: das Alpamare im Tölzer Badeteil.

Bad Tölz – Es wäre ein Schlag für den Tourismus in Bad Tölz: Nach Informationen des Gelben Blattes könnte das Alpamare nun doch zum Jahresende geschlossen werden. Dem Vernehmen nach sollen derzeit Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen. Betroffen wäre dann wohl auch das Vier-Sterne-Hotel Jodquellenhof.

Damit konfrontiert, zeigte sich Jodquellen AG-Chef Dr. Anton Hoefter bedeckt: „Egal, was ich sage, die Gerüchte werden weiter brodeln“, meinte er am Montag. Man werde sich jedoch äußern, sofern eine definitive Entscheidung gefallen sei. Schwappt die Welle jetzt wieder zurück? Nachdem vor einigen Tagen vom Alpamare per Pressemitteilung behauptet worden war, das 1970 gegründete Spaßbad bleibe trotz der gescheiterten Verhandlungen mit der Stadt Bad Tölz und der Ablehnung des Bürgerbegehrens bestehen, sollen derzeit interne Verhandlungen mit dem Betriebsrat der Alpabob GmbH und Co. KG stattfinden, bei der von einer Schließung des Bades zum Jahresende 2014 ausgegangen wird, wie aus den Kreisen der Mitarbeitervertretung zu erfahren war. Davon betroffen wären damit 40 Festangestellte und 20 bis 40 Teilzeitkräfte. 

Keine Bestätigung von Hoefter

Hoefter wollte aber weder die Betriebsratsgespräche noch die Schließung des Bades bestätigen, aber auch nicht den Fortbestand über Jahresende 2014 hinaus. Die Pressemitteilung über den weiteren Betrieb des Alpamare sei erfolgt, weil seit der von der Stadt „hinausposaunten“ Schließung des Bades die Besucherzahlen noch weiter zurück gegangen seien. „Das Alpamare bleibt geöffnet. Das starke Echo des Bürgerbegehrens und die vielen positiven Stimmen zeigen, wie stark die Begeisterung und Unterstützung für das Alpamare ist“, hatte man Anfang Mai verlauten lassen, nachdem die Stadt die über 1.000 Unterschriften für eine Unterstützung des Bades wegen Formfehlern abschmetterte. Mit dem Alpamare eng verbunden ist das benachbarte Vier-Sterne-Hotel Jodquellenhof, das vor allem von Badegästen aus dem In- und Ausland frequentiert wird. Auch zu einer möglichen Schließung des 1860 eröffneten Traditionshotels infolge des Wegfalls des Alpamare wollte sich Hoefter nicht äußern. Beim Jodquellenhof wären, so Hoefter, ebenfalls 40 Vollzeit-Mitarbeiter und 20 bis 40 Teilzeitstellen betroffen. Die Situation des 71 Zimmer umfassenden Hotels sei, so seine Aussage gegenüber dem Gelben Blatt, noch schwieriger als die des Alpamare. Hoefter räumte ein, dass die Lage derzeit weder für die Geschäftsleitung noch die Belegschaft „ein Zuckerschlecken“ sei, vielmehr gebe es schon seit längerem und noch in den nächsten Wochen und Monaten Unsicherheit auf beiden Seiten.

Unsicherheit führt zu Gerüchten

Die Unsicherheit führe laut Jodquellen AG-Chef Anton Hoefter immer wieder zu Gerüchten. Denn: „Egal was ich sage, es ist immer falsch.“ Mehr als Gerüchte sind indes die Tatsachen, dass das 1970 eröffnete erste Brandungswellenbad in Deutschland, das seinerzeit bahnbrechende Alpamare, seit einigen Jahren einerseits mit eklatantem Besucherschwund kämpft und andererseits die Kosten vor allem für Energie ständig steigen. Deshalb steht für die Jodquellen AG die Schließung der dereinst von 500.000 Badegästen pro Jahr besuchten Anlage, alternativ steht die Umwandlung in eine exklusive Saunalandschaft anstelle eines Spaßbades im Raum. Durch die Verkleinerung der Wasserflächen, den Rückbau der Rutschen und des Wellenbades könnte man Kosten sparen und eine neue Klientel (ruhesuchende Erwachsene anstelle von Kindern) gewinnen, zumal das Alpamare mit Konkurrenten wie der Therme in Erding nicht mehr mithalten kann. 

Der Stadtrat war sich im Sommer 2013 einig, dass man in Bad Tölz mit Rücksicht auf das Prädikat Bad, die Übernachtungs- und Tagesgäste auch nach einer Schließung des Spaßbades Alpamare ein Wellness-Bad benötige, am besten anstelle der bisherigen Anlage auf dem parkähnlichen Grundstück zwischen Ludwig- und Schützenstraße. Der Kauf des Grundstücks durch die Stadt und der Umbau kämen, so Gutachter, günstiger als ein Neubau auf einem anderen Gelände, da auf die vorhandene Infrastruktur zurückgegriffen werden könne. Knackpunkt war der nicht öffentlich verhandelte Preis des „alten“ Alpamare. Hier konnte zwischen Jod AG und Stadt keine Einigung erzielt werden, dem Vernehmen nach lagen die Vorstellungen zu weit auseinander. 

Der alte Stadtrat fasste in seiner Sitzung im Februar den Beschluss, das Angebot der Jodquellen AG abzulehnen. Zum Ausgleich der roten Zahlen wurde auch eine finanzielle Unterstützung der privaten Jod AG sowie der Alpabob GmbH durch die Kommune angedacht, sie ist aber allein schon nach EU-Recht nur sehr beschränkt möglich. 

Als problematisch erwies sich auch, dass Dr. Hoefter, der in den letzten Jahren zahlreiche Bauvorhaben auf seinen Grundstücken durchzog sowie Teile seiner Immobilien an Bauunternehmen verkaufte (siehe Berliner Platz) auch die im Besitz der Jod AG stehenden Liegenschaften rund um das Alpamare in neue Wohnungen umwandeln will. Sollten also auf der Ost- und der Westseite des Alpamaregeländes neue teure Eigentumswohnungen entstehen, wären Probleme („Lärm“) mit dem parallel laufenden Badebetrieb der neuen Anlage programmiert, so Bauamtsleiter Christian Fürstberger, der in der entscheidenden Sitzung auch die ungenügenden Parkflächen vor dem Alpamare-Eingang ansprach.

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