Gotteshaus erstmals geöffnet

Tag des offenen Denkmals: Besichtigung der Schlosskapelle Ammerland

Münsing– Am Tag des offenen Denkmal am Sonntag, 8. September, können im Landkreis 16 verschiedene Denkmäler besichtigt werden: Erstmals mit dabei ist die Schlosskapelle im Ammerland – das Kirchdorf liegt am Ostufer des Starnberger Sees und gehört zur Gemeinde Münsing. Ursula Scriba vom Ostuferschutzverband (OSV) bietet um 17 Uhr eine Führung durch die Kapelle aus dem 17. Jahrhundert an.

„Die Schlosskapelle wurde 1685 vermutlich von Caspar Feichtmayr dem Älteren parallel zum Neubau des Fürstbischöflichen Schlosses in Ammerland erbaut“, berichtet Ursula Scriba, Vorsitzende des Ostuferschutzverbandes. Feichtmayr ist auch Baumeister des Schlosses und Hofmark Allmannshausen, das nördlich in unmittelbarer Nähe am Starnberger See entstand. 1728 erhielt die Kapelle dann ihre Sakristei als seitlichen Anbau. Die Kapelle geht auf eine Stiftung an die Kirchenstiftung Münsing aus dem Jahr 1682 zurück.

Nach rund einem halben Jahrhundert in der Obhut der Fürstbischöfe erlebte sie eine wechselhafte Geschichte. „Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlten die finanziellen Mittel überall, so auch bei der Kapelle“, erklärt Scriba. „Wind und Wetter, verbunden mit der großen Seenähe, förderten den Verfall des kleinen Gotteshauses.“ Dietrich Dr. Freiherr von Laßberg, Ammerland, nahm sich in den 1970er-Jahren der Rettung der Kapelle an. Gemeinsam mit einer Gruppe heimatverbundener Menschen habe er die Sanierung und deren Finanzierung vorangetrieben. „Die Gruppe hatte etwa 20.000 DM für die Sanierung gesammelt.“

1986 grundsanierte das zuständige Erzbischöfliche Ordinariat München-Freising dann die Kapelle. Die Fundierung wurde gesichert, die Wände neu verputzt und das Dach erneuert. Aus unbekannten Gründen wurde diese Baumaßnahme nicht abgeschlossen. „Der neu eingezogene Zaun der Schlossbesitzer sperrte die Öffentlichkeit aus dem Privatgrundstück, der alte Eingang war nicht mehr erreichbar“, berichtet Scriba. Bereits in den 1990er Jahren habe der Ostuferschutzverband zusammen mit der Kirche und den Denkmalbehörden ein neues Konzept mit einem Zugang von Süden her entwickelt, der den Verzicht eines Fensters erfordert hätte. Diese neue Lösung fand letztlich nicht die Zustimmung aller, so dass wieder Ruhe im kirchlichen Haus einkehrte.

2007 startete der OSV einen neuen Versuch: Baronin Christa von Laßberg, Annabel von Boetticher und Scriba selbst nahmen die Arbeit auf. Mit der Kirchenstiftung Münsing, Kreisheimatpflegerin Maria Mannes, Landesamt für Denkmalpflege, Erzbischöflichen Ordinariat sowie der Unteren Denkmalschutzbehörde entwickelten die Beteiligten ein Sanierungskonzept.

Die letzten Schritte sind in Arbeit: Die wichtige Differenztreppe zum Betreten über den Eingang ist gebaut. Somit könnend die Besucher am Tag des Denkmals auch erstmals das historische Gebäude von Innen betrachten. red

Auch interessant

Meistgelesen

Amtsgericht: 61-jähriger Anwohner behindert Räumarbeiten
Amtsgericht: 61-jähriger Anwohner behindert Räumarbeiten
Trotz Regenwetter: Viele Schaulustige bei Tölzer Truckertreffen am Moraltpark
Trotz Regenwetter: Viele Schaulustige bei Tölzer Truckertreffen am Moraltpark
Staatsminister Bernd Sibler zeigt sich beeindruckt vom Erinnerungsort
Staatsminister Bernd Sibler zeigt sich beeindruckt vom Erinnerungsort
Neuaufstellung Nahverkehrsplan: erste Zwischenbilanz im Umweltausschuss
Neuaufstellung Nahverkehrsplan: erste Zwischenbilanz im Umweltausschuss

Kommentare