Mehr als nur Löschen

Tag der offenen Tür der Tölzer Feuerwehr lockte begeistert über 2.000 Besucher

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Löschen, retten und bergen: die Freiwilligen Feuerwehren haben viele Aufgaben. Beim Tag der offenen Tür der Tölzer Kameraden konnten sich nun die Besucher davon selbst ein Bild machen.

Bad Tölz – Wenn die Tölzer Feuerwehr zum Tag der offenen Tür ruft, dann strömen die Massen. So auch am Sonntag, als über 2.000 Besucher sehen wollten, wie die Feuerwehr mit Fettexplosionen umgeht, Brände löscht und Wärmebildkameras einsetzt.

Besonders begeistert von den Vorführungen sind traditionell die kleinsten Besucher. Sage und schreibe 500 Spielzeughelme verkauften die Tölzer im Laufe des Sonntags. Auch der kleine Benedikt aus Starnberg trug ganz stolz einen Helm. Er ließ sich eine Feuerwehrjacke über die Schultern legen, nahm eine schwere Schlauchdüse in die Hand, platzierte liebevoll einige Scheinwerfer vor sich und nutze die Gelegenheit, an der Fotobox ein Erinnerungsfoto von sich schießen zu lassen.

Nicht Astronauten, nicht Polizisten, nicht Fußballer sind für den Zweijährigen die wahren Helden, sondern Feuerwehrleute. „Wir sind heuer schon auf dem vierten Feuerwehrfest“, erzählt seine Mutter Annette schmunzelnd. „Seit er ganz klein war, zählt für ihn nur die Feuerwehr.“ Eines der Worte, das der Zweijährige sagen konnte, war „Seilwinde“.

Der Tag der offenen Tür komme bei den Kindern sehr gut an, stellte auch der Feuerwehr-Vorsitzende Michael Lindmair fest. Ziel sei es aber, auch bei Jugendlichen die Begeisterung für die Tätigkeiten zu wecken. Aus diesem Grund gab es im Innenhof Vorführungen wie das Löschen einer Fettexplosion oder eine Modenschau von der Einsatz-Uniform bis zur Ausgeh-Uniform. Mit Hilfe eines Rettungsspreizers wurde eine Person aus einem verbeulten Auto befreit.

Die Organisatoren ließen sich auch viele neue Aktionen einfallen, beispielsweise ein Feuerlöscher-Training, einen Erste-Hilfe-Stand mit Defibrillatoren und eine Atemschutz-Übungsstrecke, bei der die Besucher in einer engen Metallkäfig-Strecke auf allen Vieren über Autoreifen robben mussten.

Im Keller des Feuerwehrhauses präsentierte Andreas Waldherr eine Wärmebildkamera, die sich inzwischen zu einem wichtigen Einsatzmittel gemausert hat. „Ursprünglich war sie nur dafür gedacht, um Personen in dunklen, verrauchten Räumen zu finden“, sagt der Gruppenführer. Mittlerweile werde sie aber auch immer häufiger zur Vermisstensuche eingesetzt. Die Leistungsfähigkeit sei beeindruckend: „Wenn man sich bei uns auf den Turm stellt, könnte man damit ein warmes Auto auf der Schwaigeralm sehen.“ Er selbst habe schon mal den Einsatz einer Wärmebildkamera miterlebt, als am Golfplatz ein Vermisster gesucht wurde. „So eine Kamera erleichtert die Suche enorm.“

Kommandant Thomas Fuchsgruber ergänzt: „Wir wollen zeigen, dass es bei uns nicht nur um Wasser und Löschen geht.“ ps

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Wer an der Arbeit der Feuerwehr interessiert ist, kann an jedem Donnerstag ab 19 Uhr bei den Übungen im Tölzer Feuerwehrhaus an der Lenggrieser Straße zusehen.

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