Offener Brief auf Petition

Nach der Petition aus Wolfratshausen hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm nun einen Offenen Brief aus Geretsried erhalten. Das Thema beider Schriftstücke ist gleich: Das Industriegleis. Foto: Fastner

Zündeln, Ängste schüren und eine Gefährdung des Industriestandortes Geretsried. All das erkennen die politischen Stadtobersten aus Geretsried in der vom Wolfratshauser Heinz Wensauer initiierten Petition gegen das Industriegleis, die inzwischen beim Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags eingereicht wurde. Die Stadtratsfraktionen verfassten nun einen Offenen Brief an Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Kernaussage: Die Petition entbehre jeglicher Grundlage und Sinnhaftigkeit.

Ein politisches Signal wollte der Geretsrieder Stadtrat setzen, um gegen die Petition vorzugehen. Genau das geschah nun mit dem Offenen Brief. Rathauschefin Cornelia Irmer, Vize-Bürgermeister Gerhard Meinl und Dritter Bürgermeister Robert Lug sowie alle weiteren Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen unterzeichneten das Schriftstück. Unmissverständlich interpretieren sie darin die Zielsetzung Wensauers Petition: „Für die S-Bahnverlängerung nach Geretsried im Planfeststellungsverfahren die Schranke zu kippen. Zu diesem Zweck richtet sich die Petition gegen das Industriegleis in der irrigen Annahme, dass dann der Bestandsschutz für die Schranke in Wolfratshausen entfiele“. Weiter informieren die Unterzeichner Stamm über den Sachverhalt und die Zusammenhänge des Industriegleises, „sachlich, ohne Stimmungsmache“, wie es im Brief heißt. Demnach sei die Verlagerung der Gütertransporte auf die zukünftige S-Bahn-Trasse im Laufe des Planungsprozesses mehrfach geprüft, letztlich aber verworfen worden. Mit Verweis auf die Stellungnahmen der Hauptnutzer des Industriegleises – Tyczka und Pulcra Chemicals – weisen die Geretsrieder Stadtverantwortlichen die Infragestellung des Industriegleises zurück. „Vor allem in unserer Verantwortung gegenüber den Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern“, wie es heißt. Zudem würden Gefahrgüter auf der Schiene wesentlich sicherer transportiert als auf der Straße. Über die Petition werde gezündelt, es würden Ängste geschürt, um eine bestimmte S-Bahnplanung zu erreichen, so die Verfasser der Note. Damit würde ein Industriestandort gefährdet.

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