Ohne Führerschein unterwegs

52-jährige Tölzerin setzt sich trotz Führerscheinentzug hinters Steuer

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Amtsgericht: Richter ahndet Angeklagte mit einer Geldbuße von 600 Euro – da sie ihre Fahr-Sperrfrist nicht eingehalten hat.

Bad Tölz/Wackersberg – Weil sie im Sommer des vorigen Jahres trotz eines sehr hohen Alkoholwerts von drei Promille mit dem Auto fuhr, wurde einer heute 52-jährigen Frau für ein Jahr der Führerschein entzogen. Nun missachtete sie die Sperrfrist und wurde prompt dabei beobachtet, wie sie vor einem Supermarkt in Wackersberg in ihr Fahrzeug stieg. Vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen bestritt die Frau indes den Vorfall.

„Das muss eine Verwechslung sein: Ich bin nicht gefahren, habe das Auto aber ein paar Mal meinem Freund geliehen“, behauptete die arbeitslose Frau. Am 30. November 2019 wurde sie von einer Bäckerei-Verkäuferin dabei beobachtet, wie sie auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt in ihr Auto stieg und wegfuhr. „Ich kannte sie, weil sie ein paar Monate vorher dort betrunken in ihr Fahrzeug stieg“, erklärte die 41-jährige Zeugin. Aufgrund dieses Vorfalls wurde der Angeklagten der Führerschein für ein Jahr entzogen. Da der Parkplatz nur wenige Meter von der Bäckerei entfernt liegt, schloss die Verkäuferin eine Verwechslung aus.

Der Staatsanwalt und Richter Helmut Berger konnten bei der Zeugin keinen Belastungseifer erkennen und glaubten ihrer Aussage. „Ich bin mir sicher, dass das nur die Spitze des Eisbergs war und Sie öfters ohne Führerschein gefahren sind“, hielt Berger der Frau vor. Er ahndete das Vergehen mit einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro – insgesamt 600 Euro. Die Verurteilte, die wegen ihrer Trunkenheitsfahrt im Sommer zur Zahlung von 900 Euro und Führerscheinentzug verurteilt wurde, konnte den Urteilsspruch nicht nachvollziehen. „Ich bin sprachlos: Das muss eine Verschwörung sein“, mutmaßte sie. ph

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