Parteiinterne Debatte um Aufstellung eines Bürgermeisteranwärters

Ohne Kandidat will SPD-Ortschef gehen

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SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Werner (r.) hält Harald Schmalfuß (l.) für „keine ernstzunehmende Alternative“ im Bürgermeisterwahlkampf.

Geretsried – Bis spätestens März will SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Werner abwarten, ob seine Partei einen Kandidaten für die Geretsrieder Bürgermeisterwahl 2014 aufstellt. Sollten die Genossen auf eine Nominierung verzichten, kündigte der SPD-Chef persönliche Konsequenzen an.

In der vergangenen Woche konnten sich die Sozialdemokraten im Rahmen einer nicht-öffentlichen Sitzung nicht auf einen Kandidaten einigen. Klar ist nur, dass der Wolfratshauser Ex-Bürgermeister Reiner Berchtold nicht in Geretsried antreten wird. Und auch der ebenfalls hoch gehandelte SPD-Fraktionssprecher Hans Hopfner gibt sich in dieser Frage sehr reserviert und stellte sogar in den Raum, dass die Partei nicht unbedingt einen Kandidaten präsentieren müsse. Ein Sinneswandel, den Werner so nicht nachvollziehen kann. Im Rahmen des überschaubar besuchten SPD-Stammtisches im Café Waldmann – Hopfner und Berchtold blieben der Veranstaltung fern – nannte der SPD-Chef die Bürgermeisterwahl eine Königsdisziplin. „Ich bin fest der Meinung, dass die SPD einen eigenen Kandidaten aufstellen muss. Wenn es nicht gelingt, jemanden dafür zu nominieren, werde ich im kommenden Frühjahr meine persönlichen Konsequenzen ziehen und diesen Weg als Vorsitzender nicht mitgehen“, stellte Werner klar. Die bisher feststehenden Kandidaten Michael Müller (CSU) und Robert Lug (Freien Wähler) seien seiner Ansicht nach „in ihrer politischen Anschauung in fast allen Punkten austauschbar“. „Und Harald Schmalfuß (Grüne) ist leider auch keine ernst zu nehmende Alternative“, ergänzte Werner. Der ebenfalls am Stadtgespräch teilnehmende Ortsvorsitzende der Grünen sieht dies natürlich anders. „Warten Sie doch erst mal ab, Herr Werner. Der künftige Geretsrieder Bürgermeister muss auf jeden Fall besser mit dem künftigen Wolfratshauser Bürgermeister zusammenarbeiten. Sonst gehen beide Städte den Bach runter“ prognostiziert Schmalfuß. Der 62-Jährige wünschte der SPD viel Glück bei der Kandidatensuche und stellt sich schon mal auf eine spannende Stichwahl ein. Werner will nun in den nächsten Monaten einen „wahren Gegenkandidaten mit kommunalpolitischer Erfahrung“ finden. „Ansonsten prophezeie ich eine Wahlbeteiligung von weit unter 50 Prozent. Diese würde sich wiederum bei der Stadtratswahl negativ für die SPD auswirken“, fürchtet Werner. Der SPD-Ortsvorsitzende wollte am Sonntagvormittag sogar nicht ausschließen, dass er notfalls selbst als Bürgermeister-Kandidat antreten werde.

Peter Herrmann

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