Ohne die Mahd geht nichts

Achim Rücker vom Bund Naturschutz holte kürzlich die letzten Rundballen Streu aus dem Ellbachmoor – ehe Fön und Regen den Boden völlig aufweichte.

Kurz bevor Fön und Regen den Boden im Ellbachmoor völlig aufgeweichte, holte Achim Rücker vom Bund Naturschutz mit seinem Unimog kürzlich die letzten Rundballen Streu aus dem Moor und verkaufte diese an einen Miebacher Landwirt.

„Das Jahr 2010 war extrem nass, auf vielen Stellen im Moor, wo wir früher auch mal mit Turnschuhen unterwegs waren, ist mir diesmal das Wasser selbst oben in die Gummistiefeln gelaufen“ erläuterte Achim Rücker. Weil der Boden im Herbst schon so weich war, deckte er die letzten 40 Rundballen im hintersten Eck auf den Grundstücken des Bund Naturshutz (BN) aufwendig mit Planen ab und fuhr dann mit seinem Unimog den Schnee dorthin immer wieder platt, um eine feste Bahn zu fahren. „A Boa fahn“, wie die Einheimischen sagen. Dabei gefriert der festgefahrene Schnee zu einer befahrbaren Unterlage. Doch es schneite im Herbst zu früh zu viel, so dass der Boden darunter überhaut nicht gefroren war. So bildeten uns sich trotz Temperaturen von unter minus 15 Grad immer wieder große Pfützen von dampfenden Moorwasser in der „Boa“. Schussendlich klappte der Abtransport reibungslos und durch die Schneefahrbahn entstanden kaum Schäden auf den empfindlichen Streuwiesenböden. Insgesamt hat Achim Rücker mit Helfern vom BN, vom Landesbund für Vogelschutz und zusammen mit dem Maschinenring im Jahr 2010 fast 20 Hektar an Streuwiesen und Magerrasenstandorten gemäht. „Ohne die Mahd würden die Flächen verbuschen und die seltenen Pflanzen hätten keine Überlebenschancen mehr“, so Rücker. Und weiter: „Da Stroh und Sägemehl so teuer geworden sind, finden sich für das getrocknete und gepresste Einstreu viele dankbare Käufer.“ Auch für dieses Jahr werden wieder viele Flächen gepflegt. Helfer und Unterstützer können sich jederzeit beim Bund Naturschutz melden.

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