„Das Internet ist wie ein Auto“

Fit im Onlinebereich: Der „Digitale Kompass“ soll die medialen Kompetenzen von älteren Menschen fördern

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Digitale Lotsen (v.l.): Herbert Piffl (Computersenioren Bad Tölz-Wolfratshausen), Brigitta Hack (Koordinatorin „Digitaler Kompass) und Hannes Bauer (Computer-Hilfe-im Oberland).

Bad Tölz – Medienkompetenz für Menschen, die nicht mit der digitalen Entwicklung aufgewachsen sind: Das bieten bereits die beiden Computerhilfen-Vereine für Senioren im Landkreis. Und nun ist ein dritter Partner ins digitale Boot mit eingestiegen – sozusagen als Navigator ist das katholische Kreisbildungswerk dabei.

Der „Digitale Kompass“ soll insbesondere älteren Bürger Hilfestellung in der digitalen Welt bieten. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 10. März im Kreisbildungswerk statt. Vorab berichteten die Verantwortlichen, worum es eigentlich geht und wer dabei angesprochen ist.

Andreas Käter kommt zu spät zum Pressegespräch in die Tölzer Franzmühle, aber den Anschluss verpasst der Geschäftsführer nicht. Gemeint ist damit ein neues Angebot des Kreisbildungswerkes (KBW), das es nun geschafft hat, als eines von zehn Standorten in Bayern den Zuschlag für ein deutschlandweites Projekt zu bekommen. Der „Digitale Kompass“ ist nämlich eine Verbundprojekt, das von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation, vom Verein Deutschland sicher im Netz sowie dem Bundesministerium für Verbraucherschutz ins Leben gerufen wurde.

Der „Digital-Kompass“ ist ein Treffpunkt zum persönlichen Austausch bei Schulungen vor Ort und online von Zuhause aus, beinhaltet Informationsmaterialien und regelmäßige Stammtische. Unter der Projektleitung von Brigitta Hack bietet das KBW nun das Bildungsprogramm für Senioren an: „Wir wollen älteren Menschen die Angst nehmen und in der digitalen Welt begleiten“, sagte Hack und begründete diese als „Schlüsselkompetenzen für das 21 Jahrhundert“. Insbesondere das Internet gelte heutzutage als „Alltagshelfer“ und könne auch ein „Lebensretter sein“. Damit meint die Koordinatorin des „Digitalen Kompass“ etwa die Funktion von Google Maps – ein Online-Kartendienst des US-amerikanischen Unternehmens Google. Kurz gesagt wird dabei die Erdoberfläche und Straßenkarte per Satellitenbild betrachtet. 2009 integrierte Google Maps die Navigation und machte es damit zu einem vollwertigen Navigationssystem. Eine Funktion, die Smartphone-Benutzer bereits als Gang und Gebe betrachten und regelmäßig nutzen. Vergleichbar mit der Suchmaschine Google, die schon als Standardfunktion im Internet betrachtet werden kann.

Das Internet funktioniere eigentlich wie ein Auto, erklärt Hack. Auch damit könne man fahren, „ohne das Betriebssystem zu kennen“. Mit dieser Aussage möchte sie gerade älteren Semestern die Scheu vor der Online-Technik nehmen. Wie in der Fahrschule auch braucht es dafür aber erst einmal einen Lehrer, der den Umgang mit der Technik erklärt. Dies sollen nun sogenannte Internetlotsen übernehmen, die vom KBW aus- und weitergebildet werden. Die Ehrenamtlichen werden mit Rat und Tat zu allen Fragen rund um das Internet weiterhelfen. Rund 20 von ihnen gibt es bereits.

Zwei davon sind Hannes Bauer und Herbert Piffl, die beiden Vorsitzenden, der beiden Senioren-Computervereine im Landkreis unterstützen den „Digitalen Kompass“. Piffl betrachtet das Projekt als „sehr positiv“ und wichtig für die Senioren. Gerade in Hinblick auf die fortschreitende technische Entwicklung und der „Masse an Möglichkeiten“, möchte er motivieren das KBW-Angebot anzunehmen. Als Stichworte nennt er autonomes Fahren und die Digitalisierung des Gesundheitswesens – Entwicklungen die jeden Betreffen und vor denen man sich auch im zunehmenden Alter nicht gänzlich verschließen solle. „Man muss nicht alles mitmachen, sollte aber die Zusammenhänge verstehen können.“ Das sieht auch der gelernte Informatiker Bauer so, der betonte: „Das digitale Leben spielt sich nicht nur im Internet ab.“ Auch technischen Geräte wie Tablet, PC und Smartphones zählen dazu.

Das KBW stehe nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für Vernetzung, erklärte Käter. Durch den „Digitalen Kompass“ soll „Mobilität durch Medien“ geschaffen werden, gerade für Senioren. Um nicht durch die schnelle technische Entwicklung und den Ruhestand den Anschluss zu verpassen. „Dafür ist Bildung vor Ort da.“ Daniel Wegscheider

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Das Kreisbildungswerk lädt alle Interessierte am Dienstag, 10. März, zur Eröffnung „Digitaler Kompass“ in die Tölzer Franzmühle (Salzstraße 1) ein. Programm: 10 Uhr Begrüßung durch Landrat Josef Niedermaier und Projektvorstellung von Katharina Braun (Senioren-Organisation). 10.30 Uhr: Vortrag „Neue Aufgaben erwarten mich – privat und beruflich“. 11 bis 13 Uhr: Catering, Infos und Austausch. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Informationen online auf www.kbw-toelz.de sowie bei Koordinatorin Brigitta Hack unter Tel: 08041/6090.

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