Open-Air-Festival geht in letzte Runde

Merkurdrome-Veranstaltungsreihe endet am Sonntag

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Meistbesuchtes Konzert des Merkurdrome-Open-Airs war der Auftritt der Band „The Clouds Munich“.

Wolfratshausen – Drei Wochen lang war das Freigelände vor dem Wolfratshauser Druckhaus am Hans-Urmiller-Ring Schauplatz von Konzerten und Kindertheateraufführungen. Nicht alle Veranstaltungen waren so gut besucht wie das Konzert der Band „The Clouds Munich“.

Organisator Harry Rosenkind gelang es, die renommierte Münchner Gruppe ins Wolfratshauser Gewerbegebiet zu locken. „The Clouds Munich“ gründete sich bereits vor 56 Jahren und gab nun in neuer Besetzung Klassiker der Rolling Stones, ZZ Top und Jimi Hendrix zum Besten. Von den Gründungsmitgliedern ist mittlerweile nur noch Bassist Walter Orterer dabei.

Der 71-jährige Geschäftsführer der gleichnamigen Getränkekette lud zu diesem Anlass die ganze Belegschaft der Wolfratshauser Filiale ein. Da auch die anderen Musiker über einen großen Bekanntenkreis verfügten, geriet das Konzert zu einer gut besuchten Party unter Freunden. „Ich bin trotzdem nervös wie vor 50 Jahren“, gestand Orterer. Denn aufgrund der Corona-Krise hatte die Band sieben Monate lang nicht mehr zusammengespielt. Zudem verstarb mit Sänger Harry Wieser im Januar ein Gründungsmitglied des Quartetts.

Doch als die ersten Orgelklänge von Dr. Irving Weissmann alias Doc Hammond und das wuchtige Schlagzeugspiel von Eberhard Wilhelm ertönten, war von Zurückhaltung nichts mehr zu spüren. Denn so erfrischend unkonventionell hatten die Besucher Rolling-Stones-Hits wie „Ruby Tuesday“ oder „Play with fire“ schon lange nicht mehr gehört. Und spätestens beim vierstimmigen Gesang des Kinks-Krachers „You really got me“ gaben viele Zuhörer endgültig ihr Vorhaben auf, den Abend sitzend zu verbringen.

Im Pausengespräch mit dem Gelben Blatt zeigte sich der in Kempfenhausen am Starnberger See wohnende Drummer Eberhard Wilhelm erstaunt darüber, dass für einige Veranstaltungen der Merkurdrome-Open-Air-Reihe nur wenige Tickets verkauft wurden. „Ich kann die Corona-Ängste der Bevölkerung zum Teil ja nachvollziehen“, erklärte er. „Aber dann wundere mich wiederum, warum die Menschen am Starnberger See dicht nebeneinanderliegen und auf tolle Konzertabende verzichten“, sagte der 68-Jährige.

Denn Hygienebestimmungen und Sicherheitsabstände ließen sich auf dem weitläufigen Areal auch am Samstagabend trotz erhöhten Publikumsaufkommens problemlos einhalten. Nun wünschen sich die Veranstalter Stefan Eckardt und Harry Rosenkind einen ähnlichen Zuspruch für das Abschlusswochenende, an dem die Berliner Band Zwanzich15 (25. Juli, 20 Uhr) und Störtebüker (26. Juli, 15 Uhr) auftreten werden. ph

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Informationen zum Vorverkauf und Merkurdrome-Programm gibt es online aufwww.merkurdrome.de .

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