Ideen zur Stadtentwicklung

Ortsverband der Grünen sammelt Vorschläge von Bürgern

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Will die Stadt „zukunftsfähig“ machen: Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth (l.).

Wolfratshausen – Ein genossenschaftlich betriebener Biergarten am Marienplatz, Car-Sharing sowie die fußgänger- und radfreundliche Absenkung von Gehsteigen – bei einem vom Ortverband der Grünen veranstalteten Themenabend im Wirtshaus Flößerei nahm Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth viele Anregungen zur Belebung der Innenstadt auf.

„Wir wollen unsere Stadt mit innovativen Ideen zukunftsfähig machen“, erklärte Heinloth. Statt die Zielvorstellungen der Partei in einem Vortrag zu erläutern, rief die 51-Jährige die rund 30 Besucher dazu auf, sich an den drei Thementischen „Verkehr und Umwelt“, „Wo drückt der Schuh?“ und „Bauen und Wohnen“ zu versammeln. Nach rund einer Stunde lebhafter und kontroverser Diskussionen stellten die jeweiligen Sprecher die Ergebnisse vor. So wünscht sich Stadtratskandidatin Gabriele Hüttl, dass der Gehsteig entlang der Königsdorfer Straße abgesenkt wird. „So wäre mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer“, glaubt Hüttl. Zudem wünscht sich ihre Themengruppe eine Internet-Plattform, auf der sich Pendler zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können.

Auf Facebook ist ein derartiges Modell bereits erfolgreich angelaufen. Einen erhöhten Bedarf an E-Lade-Stationen und Carsharing sieht auch Andreas Bauhofer. Er regte zudem an, dass neben der geplanten künstlichen Surfwelle auch eine Stadtbushaltestelle entsteht. Für eine maßvolle Nachverdichtung plädierte Dr. Hans Schmidt am Tisch „Bauen und Wohnen“. „Wir müssen mehr in die Höhe bauen, um nicht zu viel Fläche zu verbrauchen“, empfahl er. Hart ins Gericht ging der Stadtratsfraktionssprecher mit dem Investor, der das ehemalige Isar-Kaufhaus umgestalten will und infolge von Rechtsstreitigkeiten derzeit vor einem Trümmerhaufen steht. „Er hat zu wenig dafür getan, dass das Projekt reibungslos über die Bühne geht“, kritisierte Schmidt.

 Die Aufenthaltsqualität in der Altstadt will Stadtratskandidatin Jennifer Layton erhöhen. „Warum haben wir überhaupt eine Sperrstunde?“, fragte sie in die Runde. Sie wünscht sich mehr „Locations“, an denen Vereine Platz für Veranstaltungen haben. Am Marienplatz könnte sie sich die Eröffnung eines genossenschaftlichen betriebenen Biergartens vorstellen. Wo sonst noch der Schuh drückt? Die grün gesinnten Diskussionsteilnehmer forderten eine Verkehrsreduzierung in der Altstadt, die Wiederbelebung des Rathauscafés und die Umgestaltung des sogenannten Klein-Anwesens an der Bahnhofstraße zu einem Seniorentreff. Am Ende der Veranstaltung kündigte Heinloth an, dass der Ortsverband am 5. März um 10 Uhr den Bundesparteivorsitzenden Robert Habeck zu einem nicht-öffentlichen Unternehmer-Dialog im Foyer der Loisachhalle empfängt. „Wer ein Unternehmen hat, kann sich bei mir oder beim Ortsverband dafür anmelden“, sagte die Bürgermeisterkandidatin.Peter Herrmann

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