Wolfratshauser Bahnhofskiosk trotzt Krise

Pächterin Daniela David verzeichnet Einbußen und erweitert Angebot

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Hat kreative Lösungen zur Überwindung der Corona-Krise gefunden: Kioskpächterin Daniela David.

Wolfratshausen – Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäften ist der Kiosk am S-Bahnhof weiterhin geöffnet. Mit dem Verkauf von Zeitungen, Magazinen und Zigaretten ließ sich jedoch schon vor der Corona-Krise kaum ein Umsatzplus erzielen. Deshalb hat Pächterin Daniela David nun ihr Sortiment erweitert.

Die Auswirkungen der strengen Corona-Vorgaben und Ausgangsbeschränkungen spürte David sofort nach der Ausrufung des Katastrophenfalls im März. „Ich habe kaum noch Laufkundschaft: Kaum einer fährt S-Bahn, und auch die Schüler bleiben weg“, stellte die 38-Jährige fest. Zwar halten ihr einige Stammkunden die Treue und geben in Zeiten der Corona-Krise großzügigere Trinkgelder. Doch das allein reicht nicht aus, um die Unkosten zu decken. 

„Meine Aushilfen kann ich leider nur noch eingeschränkt beschäftigen“, bedauert David. Aufgrund der Kontaktsperre musste sie auch den umzäunten Aufenthaltsbereich neben dem Kiosk auf unbestimmte Zeit schließen. Und gerade diese fehlenden Einnahmen aus dem Brotzeit- und Getränkeverkauf fallen besonders ins Gewicht. 

Denn vor der Corona-Krise trafen sich hier Menschen aller sozialen Schichten und Altersgruppen, um gemeinsam ein Bier oder einen Kaffee zu trinken. Manch einer feierte dort sogar seinen Geburtstag. Um die Einbußen zu mindern, will David ihrer Kundschaft nun einen Lieferservice anbieten. „Auf Wunsch bringe ich Wiener, Weißwürste, WC-Papier, Küchenrollen, Milch, Kaffee sowie Hunde- und Katzenfutter vor die Haustüre“, verspricht die Kioskpächterin. 

Ans Aufgeben verschwendet sie ohnehin keinen Gedanken. „Solange ich nicht schließen muss, mache ich weiter!“, gibt sich David kämpferisch. Demnächst will sie auch Atemschutzmasken verkaufen. Peter Herrmann

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