Parkhaus-Planung zurückgestellt

Stadt und Investor lösen Erbpachtvertrag für den Hatzplatz auf

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Am Hatzplatz sollte ursprünglich ein Parkhaus für 150 Fahrzeuge entstehen. Dieser Plan wurde nun vorerst verworfen.

Wolfratshausen – Vor knapp drei Jahren fasste der Stadtrat den Beschluss, am Hatzplatz ein Parkhaus zu errichten. Die Ausmaße des etwa zehn Meter hohen Gebäudes erschienen den meisten Stadträten jedoch zu hoch, sodass sich die Stadt und der Investor nun einvernehmlich geeinigt haben, den Erbpachtvertrag für den Hatzplatz aufzulösen. Damit ist alles wieder offen.

Das am Loisachufer gelegene Gelände hatte die Stadt zunächst an den Tölzer Bauunternehmer Siegfried Adlwarth verpachtet. Die von ihm geleitete Parkhaus Wolfratshausen (PaWo) GmbH wollte dort 150 Stellplätze schaffen. Die vorgelegten Planungsentwürfe missfielen jedoch den vielen Stadträten. Günther Eibl (CSU) verglich den Baukörper 2019 in einer Bauausschusssitzung sogar mit dem „Sarkophag von Tschernobyl“. Obwohl die PaWo daraufhin einen neuen Entwurf mit reduziertem Ausmaß vorlegte, blieb das Großprojekt umstritten. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates erfolgte deshalb am 16. Juni der formale Beschluss, den Erbpachtvertrag für den Hatzplatz aufzulösen.

„In Folge dessen wird dieser Vertrag zeitnah rückgewickelt“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner in einem Pressegespräch. Er verwies darauf, dass im Rahmen dieser Vereinbarung ein finanzieller Ausgleich der Aufwendungen erfolgt, die der Erbbaurechtsnehmer bisher zur Eingabeplanung für das Parkdeck am Hatzplatz erbracht hat. „Dies sind im Wesentlichen die Boden- und Schallgutachten sowie die Leistungen für die Erstellung der Eingabepläne“, verriet der Bürgermeister. Für Heilinglechner eröffnen sich in Anbetracht der Entwicklung der anstehenden Altstadtaufwertung sowie der geplanten Errichtung des zweigeschossigen Parkdecks am Paradiesweg die Chance, diese „drei großen städtischen Projekte aus einer Hand zu koordinieren“. Heilinglechner verwies darauf, dass die Mehrheit der Stadtratsmitglieder grundsätzlich für eine Ausweitung des Parkplatzangebotes im Innenstadtbereich eintritt. „Über die Art der Unterbringung bestehen jedoch unterschiedliche Ansichten“, berichtete der Rathauschef. Daher sei der Stadtrat mehrheitlich der Auffassung, dass die Errichtung des Parkhauses am Hatzplatz zum momentanen Zeitpunkt nicht ideal wäre. Nun gelte es neue Planungen voranzutreiben. „Das sind wir den Gewerbetreibenden schuldig“, stellte Heilinglechner klar. Peter Herrmann

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