Partys nehmen Überhand

Über soziale Netzwerke verabreden sich Jugendliche mittlerweile zu Partys am Erholungsgelände Ambach.

Ein Notstromaggregat vom Feinsten, eine eigens mitgebrachte Bühne samt Lichtanlage, jede Menge Alkohol und Verpflegung und am Ende 300 Party-Gäste. Dem gegenüber stehen zwei Beamte der Polizeiinspektion Wolfratshausen. Genau diese Situation stellte sich am 3. Juni am Erholungsgelände Ambach dar. Die Ordnungshüter kapitulierten, die Feier nahm ihren Lauf. „Wir kriegen das hier einfach nicht in Griff“, bilanzierte nun Stefan Hufnagel, der Chef des Sicherheitsdienstes, der im Auftrag des Landkreises am Ostufer Streife geht jüngst beim „Betreuungsgespräch“.

Jedes Jahr treffen sich die Verantwortlichen von Landratsamt, Polizei, Sicherheitsdienst, Wasserwacht, Parkwächter, und Forstverwaltung zur Lagebesprechung bezüglich dem beliebten Erholungsgelände. Das Thema Massenpartys dominierte die Besprechung im Münsinger Rathaus. Hufnagel skizzierte das Ausmaß solcher Partys: „Die kommen schon mit zwei, drei Ster Brennholz und auf dem Anhänger sind teils bis zu zehn Biergarnituren.“ Da erklärte Hufnagel weiter: „Da steht man dann zu zweit da, das ist einfach aussichtslos.“ Er empfahl dem Landratsamt als „Hausherr“ des Areals dringend zu reagieren. Zumal, wie der Chef der Sicherheitsfirma WSD Oberland ausführte, jede Menge Unrat liegen bleibt und auch Alkohol und Drogen die Partys bestimmten. „Die haben da draußen alles, was sie brauchen“, empörte sich der Sicherheitschef. Das liegt auch daran, dass Hufnagels Mitarbeiter kaum Kompetenzen haben. Schon das bloße Feststellen der Personalien basiert auf Freiwilligenbasis der „Erholungssuchenden“. Laut Hufnagel nimmt das Maß der Organisiertheit solcher Partys erschreckende Dimensionen an: „Die Jugendlichen verabreden sich inzwischen über das Soziale Netzwerk Facebook.“ Ein Problem, das auch Christian Neubert, stellvertretender Inspektionsleiter der Wolfratshauser Polizei, kennt. Doch könne man solche Riesenpartys nicht unterbinden, „schon gar nicht, wenn die gegen 1.30 Uhr voll am Laufen sind“.

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