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Segen für Geothermie-Projekt

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Einweihung des etwa 50 Meter hohen Bohrturms: Bohrmeister Mathias Schöler (l.) übergibt dazu die Grubenlampe an Elizabeth Hörmann. © Herrmann

Geretsried – Im Januar beginnen auf dem Geltinger Hofgut Breitenbach die ersten Geothermie-Bohrungen. Unter dem rund 50 Meter hohen Bohrturm versammelten sich am Dienstagnachmittag Vertreter der beteiligten Firmen und Entscheidungsträger der Stadt zur Bohrplatz-Weihe.

GZwei mit blauen Helmen ausgestatte Geistliche unter einem Bohrturm – dieses einzigartige Bild wird zweifellos in die junge Geschichte Geretsrieds eingehen. So hatte der evangelische Pfarrer Theo Heckel auch Mühe, Bibelstellen zu finden, die sich auf eine Tiefenbohrung übertragen lassen. Ein Gleichnis aus der Bergpredigt erschien ihm am passendsten. „Ein Haus sollte immer auf einem festen Grund gebaut sein. Wer weiß schon, was unter einem ist, bevor man nachgeschaut hat“, so Heckel. Gemeinsam mit Pater Frano bat er um den Segen der Heiligen Barbara, die als Schutzpatronin der Bergleute gilt: „Stelle die Geothermie-Bohrungen unter deinen Schutz und behüte die Menschen vor Unfällen.“ Abschließend übergab Bohrmeister Matthias Schöler an Elizabeth Hörmann, Frau des 84-jährigen Investors Hans Hörmann, eine Grubenlampe und verabschiedete sich mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“. Da die 450 Tonnen schwere Tiefbohranlage bereits steht und das Bergamt Süd die Anlage demnächst genehmigen wird, kann der Bohrbetrieb nun voraussichtlich am 7. Januar beginnen. In rund 5.000 Meter Tiefe vermutet die Firma Enex Power Germany 145 Grad Celsius heißes Wasser, mit dem in einem Geothermie-Kraftwerk Strom und Fernwärme produziert werden können. Beauftragt mit den Bohrungen wurde die Firma Daldrup, die vor einem halben Jahr mit dem tschechischen Bohrunternehmen MND Group die MD Drilling GmbH gegründet hat. „Das ganze Unternehmen kostet viel Geld“, verriet Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger. Rund 60 Millionen Euro werden für das Projekt investiert. Da kann der Segen der heiligen Barbara wahrhaft nicht schaden.

Peter Herrmann

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