Dr. Patrick Keilholz stellt aktuelles Grundwassergutachten vor

100-jährige Garantie gibt es nicht

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Bauarbeiten am Karl-Lederer-Platz: Will das Grundwasserproblem mit Dükern in den Griff bekommen.

Geretsried – Da das Grundwasser durch die Baumaßnahmen am Karl-Lederer-Platz zu sehr nach oben drängen könnte, beauftragte die Stadt das Ingenieurbüro DHI-Wasy Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nun lieferte Gutachter Dr. Patrick Keilholz in der jüngsten Stadtratssitzung die ersten Ergebnisse.

„Das Grundwasserüberleitungssystem ist entsprechend der Forderung des Stadtrats so konzipiert, dass es beliebig erweiterbar ist und an neue Abflusssituationen angepasst werden kann“, erklärte Jan Klinger vom Bauamt.

Die Stadt hat in den vergangenen Monaten ein Grundwasserbeweissicherungsnetz aufgebaut, dass derzeit aus acht Messstellen besteht. „Sie erfassen stündlich die Grundwasserwerte“, ergänzte Keilholz. Er kündigte erneut den Einsatz von sogenannten Dükern an. Diese Leitungsrohre, die das Grundwasser im Bereich der 400 Plätze umfassenden Tiefgarage zwischen Rathaus und Egerlandstraße an mehreren Stellen umlenken, sollen in doppelter Ausführung vorbereitet werden. „So werden wir den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamts, wonach der Grundwasserspiegel nirgends um zehn Zentimeter steigen oder fallen darf, gerecht“, glaubt Keilholz. Darüber hinaus müssten Blenden eingebaut werden, damit das System modifizierbar sei. „Das ist im Hinblick auf mögliche weitere unterirdische Garagen nötig“, so der Ingenieur weiter.

Wie berichtet, plant das Familienunternehmen Krämmel unter dem neuen siebengeschossigen Wohn- und Geschäftshaus eine Tiefgarage. Andere Bauherren wie die Baugenossenschaft Geretsried, die an der benachbarten Egerlandstraße neue Wohnungen und Geschäfte errichten will, könnten sich einer verketteten Garage anschließen.

Mit Hilfe des vom Planungsbüro DHI Wasy erstellten 3-D-Modells, das Starkregen und „zehnjährliche Regenereignisse“ miteinbezieht, lasse sich die Grundwasserproblematik laut Keilholz in Zukunft besser beherrschen.

Karin Schmid (CSU) äußerte dennoch Zweifel, ob die Stadt die betroffenen Bewohner im Ernstfall schnell genug auf steigende Wasserstände reagieren können. „Wir können hier leider nicht einen 100-jährigen Hochwasserschutz liefern“, bedauerte Keilholz.

CSU-Stadtrat Volker Reeh, der selbst am Karl-Lederer-Platz wohnt, regte abschließend an, die Ergebnisse des Gutachtens in allen Details zu veröffentlichen. „Damit würde man vielen Anwohnern die Angst nehmen“, glaubt Reeh.

Peter Herrmann

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