Pfandbetrug im Getränkemarkt

Mitarbeiter prellt Chef um 362 Euro und wird vom Amtsgericht verurteilt

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Wegen Computerbetrug in sieben Fällen musste sich ein Mitarbeiter eines Geretsrieder Getränkemarkts vor dem Amtsgericht verantworten.

Geretsried – Wegen Computerbetrug in sieben Fällen musste sich ein Mitarbeiter eines Geretsrieder Getränkemarkts vor dem Amtsgericht verantworten. Er gestand, im Herbst 2019 sieben Pfandbons ausgestellt zu haben, die er selbst einlöste.

„Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe“, räumte der 33-Jährige Angeklagte ein. Was ist passiert? Bei einer Kassenprüfung des Getränkemarkt-Bezirksleiters wurden im Oktober Unregelmäßigkeiten festgestellt. „Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, dass er für den Betrug verantwortlich gewesen sein soll“, sagte der Filialenleiter vor Gericht aus. Nachdem er den Angeklagten mit den Vorwürfen konfrontierte, hätte er zunächst alles abgestritten. „Später hat er es dann doch gestanden und uns auch schon wieder einen Teil des Schadens zurückbezahlt“, erklärte der Vorgesetzte. Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von 362 Euro.

Trotz des Vertrauensbruchs kam es zu keiner Kündigung. „Er ist ein guter Mitarbeiter und bleibt bei uns beschäftigt“, versprach der Getränkemarkt-Chef. Der Angeklagte gab an, dass er im Tatzeitraum wegen einer komplizierten Sportverletzung „schlecht drauf“ war. Deshalb habe er die die zu Unrecht ausgestellten Bons auch gleich in alkoholische Getränke umgetauscht, um seinen Ärger zu vergessen.

Der Staatsanwalt rechnete ihm sein vollumfängliches Geständnis hoch an. „Sonst wäre es mühsam gewesen, die Tat nachzuweisen“, sagte er. Strafmildernd wirkte sich zudem aus, dass der Geretsrieder noch nicht vorbestraft war und einen Großteil der Schulden abbezahlt hat. „Den Restbetrag ziehe ich ihm vom nächsten Monatslohn ab“, kündigte der Filialeiter an.

Der Staatsanwalt erkannte keinen gewerbsmäßigen Betrug und hielt eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro – insgesamt 3.600 Euro für angemessen. Richter Helmut Berger folgte dieser Empfehlung. „Sie haben das Vertrauen ihres Vorgesetzten missbraucht“, sage Richter Berger abschließend im Amtsgerichtssaal. ph

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